Berlin : Konzepte für Schulgelände: Betonplatten für Graffiti-Sprüher

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Der Anblick soll sich ändern - so viel steht fest: Aber noch macht das Gelände der ehemaligen sechsten Grundschule im Westen Marzahns einen verwahrlosten Eindruck. Die Fassade bröckelt, Fenster sind eingeworfen und auch im Innern sieht es nicht besser aus. "Eine bautechnische Untersuchung hat ergeben, dass ein Sanierungsaufwand in Millionenhöhe nötig wäre, um das Gebäude zu retten", betont Dieter Ruhnke vom Sozialpädagogischen Institut Berlin (SPI). Aus seiner Sicht kommt für die leerstehende Schule deshalb nur noch der Abriss in Frage.

Was mit dem gesamten Areal am Stadtrand, unmittelbar am Seelgraben gelegen, künftig passieren soll, hat jetzt das SPI zu Papier gebracht. Fünf verschiedene Vorschläge wurden erarbeitet und kürzlich erstmals vorgestellt. Die Ideen reichen von einem großangelegten Park, über den Umbau einer dort befindlichen Kita zu Gästewohnungen bis zu Räumlichkeiten für Auszubildende. "Die vorhandene Turnhalle könnte Vereinen dienen und beispielsweise für Beachvolleyball-Turniere umgerüstet werden", beschreibt Ruhnke eine Möglichkeit. Auf der angrenzenden Freifläche sei Platz für einen Kinderbauernhof. Außerdem schlägt das Institut vor, die abgetragenen Platten der Grundschule auf dem Gelände wieder aufzustellen: als eine Art Kunstobjekt. "Die Betonteile stünden dann jugendlichen Graffitisprühern zur Verfügung", erklärt Ruhnke.

Welche der vorgeschlagenen Varianten einmal umgesetzt wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Anfang Mai soll es ein zweites öffentliches Gespräch geben. Schon jetzt steht allerdings fest, dass es sich bei jedem Projekt nur um eine Zwischenlösung handelt. Denn der Bezirk hält sich die gesamte Fläche langfristig für einen neuen Schulstandort frei. Wenn in 15 Jahren wieder Bedarf besteht, könnte an der Dessauer Straße ein moderner Lernkomplex gebaut werden. Bettina Reimann von der Marzahner Quartiersagentur gibt dem Kinderbauernhof und den verschiedenen Vereinen, die auf dem Gelände Räume nutzen könnten, die besten Chancen. "Vor allem auch, weil sich diese Nutzung später einmal gut in das geplante Schulprofil einpassen lässt", sagt die Mitarbeiterin.

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