Kottbusser Tor in Berlin : Frist für Käufer des Neuen Kreuzberger Zentrums läuft ab

Die Frist für den Vollzug des Kaufvertrags über die 295 Wohnungen und 90 Läden rund um das Kottbusser Tor läuft in der Nacht zum Freitag ab. Der Wohnkomplex könnte an eine Landesfirma gehen.

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Das Neue Kreuzberger Zentrum am Kottbusser Damm, aufgenommen im Juni 2016.
Das Neue Kreuzberger Zentrum am Kottbusser Damm, aufgenommen im Juni 2016.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Unverhofft kommt oft – und wenn der Erwerber des Neuen Kreuzberger Zentrums (NKZ) nicht doch noch vorspricht mit einem Scheck der Landeszentralbank, dann könnte das Erbe der Berliner Stadterneuerung doch in öffentliche Hand fallen. Die Frist für den Vollzug des Kaufvertrags über die 295 Wohnungen und 90 Läden rund um das Kottbusser Tor läuft in der Nacht zum Freitag ab.

Festlegen will sich der Verkäufer nicht. Doch der Vorsitzende des Beirats der NKZ-Kommanditgesellschaft, Rechtsanwalt Peter Ackermann, weiß aus seiner Zeit als Unternehmer, dass solche Geschäfte eher nicht in letzter Minute vollzogen werden. Beim NKZ steht nur noch die „Belegung“ des Kaufpreises aus. Längst beendet ist das Bieterverfahren, das von einem Notar begleitet wurde, der die Bedingungen für die Übertragung der Wohnblöcke schriftlich festlegte. Seither warten alle, dass der beste Bieter aus dem Geflecht der „Juwelus“-Gruppe bezahlt. Doch bisher geschah nichts.

56,6 Millionen Euro soll städtische Wohnungsfirma Gebowag geboten haben

Auf Tauchstation ist auch die städtische Wohnungsfirma Gewobag – Anfragen beantwortet man nicht. 56,6 Millionen Euro soll das Unternehmen geboten haben. Ein stolzer Preis, zumal die Gewobag wie alle landeseigenen Unternehmen Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) zusagen musste, künftig auf gesetzlich zulässige Mieterhöhungen zu verzichten.

Der politische Druck ist allerdings groß: Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt sieht im NKZ ein Fanal für die neue soziale Wohnungspolitik Berlins und will notfalls ein Vorkaufsrecht durchsetzen.

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