Kranke Lehrer in Brandenburg : Ausfälle nach Stundenplan

Kranke Lehrer machen Schulen stark zu schaffen.

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Potsdam - An Brandenburgs Schulen haben Unterrichtsausfall und Krankenstand von Lehrern neue Höchstwerte erreicht. Jede zehnte Schulstunde im Land wird nach einer neuen Statistik von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) nicht regulär gegeben. Der Totalausfall stieg danach im ersten Halbjahr 2012/13 auf nunmehr zwei Prozent aller Stunden und ist damit so hoch wie nie seit dem Jahr 2007. Damals waren es 1,7 Prozent. Planmäßig wurden in diesem Zeitraum lediglich 90,1 Prozent der vorgesehenen Unterrichtsstunden im Land erteilt – was sogar seit 14 Jahren der geringste Wert ist. Hauptursache sind Erkrankungen von Lehrkräften, die ebenfalls massiv zugenommen haben: 6,6 Prozent der Unterrichtsstunden finden nicht statt, weil der Lehrer krank ist. Das ist der höchste Wert seit 2003/2004, damals waren es noch 4,7 Prozent. Das Papier soll am heutigen Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtages beraten werden.

Während die Opposition im Landtag und die Bildungsgewerkschaft GEW ihre Kritik an Missständen im märkischen Bildungssystem erneut bestätigt sehen, hält das Bildungsministerium den Ausfall weiterhin für nicht dramatisch. Es seien „nur“ zwei Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen, heißt es im Papier. Gemessen an anderen Bundesländern falle in Brandenburg sogar vergleichsweise wenig aus. Für ähnliche Äußerungen hatte Münch im Herbst 2012 und vor wenigen Wochen bei den landesweit größten Lehrerprotesten in der Geschichte des Landes bereits Hohn und Spott einstecken müssen. Für das Ministerium hingegen handelt es sich nur um Ausfall, wenn der Unterricht gar nicht stattfindet. Doch wurden nach der Statistik 7,1 Prozent der Stunden anders gehalten, vor allem durch Vertretungslehrer, die dann wiederum keine Förderstunden geben konnten. Auch das Zusammenlegen von Kursen oder die „selbstständige Schülerarbeit“ gehören dazu.

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