Berlin : Kreuzberg: Museum erwartet neue Bauherren

Cay Dobberke

Trotz der Insolvenz der Bauherren im Viktoria Quartier setzt die Berlinische Galerie weiterhin auf den geplanten Standort am Südhang des Kreuzbergs. Museumsdirektor Jörn Merkert rechnet jetzt damit, dass neue Investoren den Umbau der denkmalgeschützten Schultheiss-Brauerei zum Stadtviertel mit Kultur, Büros und Loft-Wohnungen fortsetzen. "Ich bin sicher, dass es in irgendeiner Form weitergeht", sagte Merkert dem Tagesspiegel auf der internationalen Messe Art Forum. Dort präsentiert sich das Landesmuseum für Moderne Kunst, Photographie und Architektur mit einem Stand und einer druckfrischen Broschüre.

Für diesen Donnerstag ist Merkert zu einem Krisengespräch mit Vertretern des Senats und des Bezirksamts und den bisherigen Investoren eingeladen. Die Pleite gegangene Projektgesellschaft gehört der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Grundbesitz und der Viterra Gewerbeimmobilien GmbH.

Generell sei die Zusammenarbeit mit den Firmen vor der Insolvenz "sehr konstruktiv" gewesen, sagte Merkert. Er wies aber auf einen neuen Streitpunkt hin: Für die "große Lösung" mit zusätzlichen Museumsgewölben verlangten die Bauherren zuletzt 45 statt 30 Millionen Mark. Die Mehrkostenschätzung sei mit einer "Fehlkalkulation" begründet worden, die unter anderem die Trockenlegung der alten Braukeller betreffe. "Das hätten wir uns so nicht bieten lassen", stellte der Direktor klar. Er hofft, dass ein neuer Investor wieder eine günstigere Lösung anbietet.

Der Senat finanziert der Berlinischen Galerie 6800 Quadratmeter Nutzfläche. Die bereits gezahlte Summe von 23,5 Millionen Mark ist durch eine Bankbürgschaft abgesichert. Das Museum und sein Förderverein streben einen Ausbau auf bis zu 14 000 Quadratmeter an. Finanzieren will man dies mit Hilfe von Sponsoren, Mäzenen und den Vereinsmitgliedern. Doch seit dem Insolvenzantrag "ist die Sponsorensuche nahezu unmöglich", klagt Merkert. Der Förderverein unter Vorsitz der früheren SPD-Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing hat offiziell gerade erst begonnen, Geldgeber zu werben. Zuvor wurde der Bauantrag abgewartet, den die Investoren im September stellten. Es gibt zwar längst Kontakte mit Interessenten, aber laut Merkert noch keine feste Zusagen. Die Eröffnung war zuletzt für Ende 2003 bis Anfang 2004 geplant. Dies sei noch zu schaffen, wenn sich schnell neue Bauherren für das Viktoria Quartier finden, meint der Direktor. Teile der Bestände werden zwischenzeitlich bei Ausstellungen in verschiedenen Städten gezeigt.

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