• Kreuzberger Jugendprojekt macht - finanziert vom Arbeitsamt Berlin-Südwest - für Gewobag-Mieter sauber

Berlin : Kreuzberger Jugendprojekt macht - finanziert vom Arbeitsamt Berlin-Südwest - für Gewobag-Mieter sauber

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Dieser Job hat ihn verändert. "Früher war es mir egal, aber jetzt, seitdem ich hier arbeite, habe ich ein richtiges Gespür für Müll", sagt der 23-jährige André Merzenich und grinst. Seit einigen Monaten ist er mit sieben weiteren jungen Kreuzbergern für das Jugendprojekt "Big Steps" fast täglich auf "Streife" rund um den Wassertorplatz unterwegs. Für einen Nettolohn von rund 1500 Mark im Monat beseitigen sie Graffitis, räumen Sperrmüll weg, säubern Kinderspielplätze und Gehsteige.

Seit gestern können sie mit der neu eröffneten "Service Station" am Segitzdamm 8 auch eine Anlaufstelle für Mieterprobleme anbieten. "Wir stehen zum Beispiel für kleinere Reparaturen und Reinigungen zur Verfügung, die sich für Handwerksbetriebe nicht lohnen, wie zum Beispiel ein tropfender Wasserhahn oder ein verdrecktes Treppenhaus", erklärt Andreas Sumser, der Leiter des Projektes. Auch bei einem Umzug fassen sie mit an. Von diesem für sie kostenlosen Service profitieren die Mieter der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. "Wir wollten etwas für das Sicherheitsbedürfnis unserer Mieter tun, Vandalismus und Verunreinigung entgegenwirken", sagt Gewobag-Vorstandsmitglied Jürgen Kriegel. 300 000 Mark gibt die Wohnungsbaugesellschaft dafür im Jahr aus. Sie stellt Räume und Einrichtung für die "Service Station" zur Verfügung. Finanziert wird das Projekt mit fast einer Million Mark vom Arbeitsamt Berlin-Südwest.

Zwei Sozialpädagoginnen und zwei Handwerksleiter kümmern sich um die acht Jugendlichen, weitergehende Schulungen im Bereich Gebäudereinigung oder auch EDV übernimmt die Berlin-Brandenburgische Akademie. Nach einem Jahr in der "Service Station" sollen die jungen Kreuzberger, die bis auf eine Ausnahme keine Ausbildung haben, bei der Gewobag eine Anstellung als Hausmeister finden oder in Betrieben, die für die Wohnungsbaugesellschaft arbeiten, untergebracht werden können, hofft Projektleiter Sumser.

Volkan Aras gefällt der Job. "Ich lebe seit 22 Jahren hier, und es ist doch toll, wenn man dort arbeitet, wo man auch seine Freizeit verbringt." Außerdem habe ihm das "Step"-Team bei privaten Problemen geholfen. "Ärger mit der Polizei und Schulden, da hat sich der Chef ganz schön für uns eingesetzt". Der 22-Jährige sieht erste Erfolge seiner Arbeit: "Gerade die alten Omis loben uns für das Saubermachen, und das waren früher die, die uns immer am schlimmsten angemeckert haben."

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