Berlin : Ku’damm-Bühnen: Vorhang auf für Protest

Theaterleute und Schauspieler rufen dazu auf, heute für die Erhaltung der Häuser zu demonstrieren

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Jetzt wollen Theaterleute und Theaterfans ihrer Sorge und Wut über die Schließung der beiden Ku’damm-Bühnen und deren ungewisse Zukunft zum Ausdruck bringen: Sie rufen zur Demo auf. Mehr als 20 Bühnen dieser Stadt bitten die Berliner zur Teilnahme an der heutigen Protestdemonstration von Mitte nach Charlottenburg gegen den Abriss der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die Schauspielerin Katharina Thalbach wollen auf der Abschlusskundgebung sprechen. Zu weiteren Rednern gehören unter anderem Liedermacher Klaus Hoffmann – sowie Egon Bahr und Monika Thiemen, Bezirksbürgermeisterin, beide SPD.

Dem Aufruf des Berliner Theaterclubs zur Demonstration hat sich auch der Deutsche Bühnenverein angeschlossen. „Diese traditionsreichen Berliner Bühnen, die inzwischen in der dritten Generation von der Familie Woelffer betrieben werden, machen ohne staatliche Zuschüsse Boulevard-Theater im besten Sinne“, steht in der Mitteilung des Landesverbands des Deutschen Bühnenvereins. Und: „Diese Häuser gehören zum großstädtischen Flair des Kurfürstendamms und müssen erhalten werden!“

Die Demonstration startet um 14 Uhr an der Staatsoper Unter den Linden und endet am Kurfürstendamm 209 an den Theatern, dort soll gegen 16 Uhr die Kundgebung stattfinden.

Teilnehmen wollen unter anderen Parlamentspräsident Walter Momper, die Grünen-Politikerinnen Antje Vollmer und Alice Ströver, die Schriftstellerin Monika Maron, die Sänger Annette Humpe und Jochen Kowalski, „Quatsch-Comedy“-Entertainer Thomas Hermanns sowie Schauspieler wie Dirk Bach, Achim Wolff und Edith Hancke. Zu den Aufrufern gehören auch Wolfgang Völz, Peer Schmidt, Herbert Herrmann, Friedrich Schoenfelder, Horst Pillau, Curth Flatow. Die Interessengemeinschaft Kurfürstendamm ist auch mit dabei, sie hat in Berlin und Hamburg Unterschriften gesammelt.

Der Direktor des Theaters am Kurfürstendamm, Martin Woelffer, bemüht sich weiter um eine Einigung mit der Deutschen Bank zur Zukunft seiner Bühnen. Woelffer wies jetzt darauf hin, dass der ursprünglich ins Auge gefasste Gesprächstermin 21. Februar von der Bank abgesagt und vorgezogen worden sei. So kurzfristig sei er jedoch nicht mehr in der Lage gewesen, den Termin am 17. Februar wahrnehmen zu können. Er bedauere die Absage seinerseits sehr und hoffe nun auf einen neuen Terminvorschlag.

Ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank hatte den Theatern wegen Umbauplänen im Ku’damm-Karree den Mietvertrag zum Ende des Jahres gekündigt; die Bühnen sollten in den Neubau integriert werden. Zuletzt war auch schon davon die Rede, die Theater doch nicht abzureißen. kög

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