Berlin : Künstler will Tiergarten-Stein zurückgeben

Berlin - Nach jahrelangen Diskussionen und Protesten hat sich der Künstler Wolfgang Kraker von Schwarzenfeld bereit erklärt, den Stein „Kueka“ – Teil eines Kunstwerks im Tiergarten – an das Herkunftsland Venezuela zurückzugeben. Schwarzenfeld wird vorgeworfen, den 30 Tonnen schweren Findling 1999 aus einem venezolanischen Nationalpark entwendet zu haben. Der Künstler hat dies stets bestritten und auf etliche auf seiner Homepage publizierten Dokumente verwiesen, die eine Schenkung beweisen sollen. Hinter den Protesten und Forderungen der venezolanischen Ureinwohner stehe der Wahlkampf von Hugo Chávez, Präsident mit indigenen Wurzeln, der im Oktober auf Wiederwahl hoffe, meint von Schwarzenfeld. Dennoch habe er, „aus Sympathie zur indigenen Bevölkerung“, die nicht wüssten, dass die Politik sie manipuliere, entschieden, den Stein nun zurückzugeben. Das Angebot des Präsidenten des Nationalen Institutes für Kulturerbe Venezuelas, Raúl Grioni, nach Venezuela zu reisen und dort einen neuen Stein zu suchen, lehnt der 79-jährige Schwarzenfeld ab. Er fürchtet um seine Sicherheit. Werde der Stein aus dem mehrere große Steine umfassenden „Global Stone Project“ im Tiergarten entfernt, so sei das Werk „erst mal kaputt“, sagt Schwarzenfeld. Aktivisten der Gruppe „Kueka will zurück“ begrüßten Schwarzenfelds Entscheidung: „Seit über zwei Jahren haben wir darauf hingearbeitet, es wäre toll, wenn der Stein nun tatsächlich zurückkehren könnte.“ Die Botschaft der bolivarischen Republik Venezuela war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen. tja

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