Berlin : Kultur ist kein Luxus

Freiwillige in Berlin: Schauspieler will Theater retten

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HansJürgen Schatz ist sauer. Dass die Stadt Berlin dem „Kleinen Theater“ am Südwestkorso ab Ende 2006 alle Zuschüsse streichen will, findet der Schauspieler „irrsinnig, richtig skandalös“. Kultur sei schließlich kein Luxusgut, sondern ein „unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags“. Und das Kleine Theater mit seiner „gemütlichen Bühne und dem hübschen Foyer“, das dürfe auf gar keinen Fall geschlossen werden. Deshalb setzt sich Schatz mit der Theaterdiva und Chansonsängerin Gisela May, Maler Matthias Koeppel und anderen Prominenten für seine Erhaltung ein. Verteilt Flugblätter, macht Info-Stände, sammelt Unterschriften: „Die ersten zehn Blätter habe ich mit Leichtigkeit voll bekommmen.“

Jetzt hat Schatz einen Brief an alle Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses geschrieben – denn das wird Mitte November endgültig darüber entscheiden, ob die jährlichen Zahlungen von 380000 Euro an das Kleine Theater eingestellt werden. Schatz hat an alle Abgeordneten eine Bitte: „Die sollten das Theater besuchen, dann wissen sie, wie viel besser und wichtiger das ist als gehaltloses Fernsehen.“

Das Kleine Theater, Südwestkorso 64 in Friedenau, wurde 1973 gegründet, eine Off-Bühne mit 99 Platzen und kleiner Bar. Legendär sind seine langen En-suite-Serien wie „Das Küssen macht so gut wie kein Geräusch“. Der Mauerfall machte dem Theater sehr zu schaffen, heute versteht es sich „immer mehr als kultureller Treffpunkt des Stadtteils“. sle

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