Kulturprojekte : Pankower Künstler wehren sich gegen Kürzungen

Künstler in Pankow setzen sich gegen die Streichung jeglicher Förderung für freie Projekte zur Wehr. Sie fordern vom Bezirk, beim Senat die Freistellung von Projektgeldern zu beantragen, die den Künstlern für 2009 in Aussicht gestellt worden seien.

Freie Theatermacher in Pankow wehren sich weiter gegen die Kürzung von Mitteln für Kulturprojekte in ihrem Bezirk. „Wir appellieren an Sie, die Kultur in Pankow nicht zum Spielball finanzieller Zwänge werden zu lassen“, heißt es in einem Schreiben an Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung. Die Künstler hatten zuvor auch schon den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) und die Abgeordneten von Kultur- und Hauptausschuss um Hilfe gebeten. Das aktuelle Schreiben hatten bis Dienstagnachmittag etwa 60 Künstler unterzeichnet, darunter das Tanzensemble von Sasha Waltz. Bis zur heutigen Ausschusssitzung werde weiter gesammelt, sagt Anne Passow, Leiterin des Landesverbandes Freie Theaterschaffende Berlin.

Die Künstler setzen sich gegen die Streichung jeglicher Förderung für freie Projekte zur Wehr. Sie fordern vom Bezirk, beim Senat unverzüglich die Freistellung von Projektgeldern zu beantragen, die den Pankower Künstlern für 2009 in Aussicht gestellt worden seien. Das mit über 30 Millionen Euro verschuldete Pankow darf dieses Jahr wegen der „vorläufigen Haushaltswirtschaft“ nur für Pflichtleistungen Geld ausgeben. Deshalb wurden über 70 Förderanträge von Künstlern abgelehnt. Kulturstadtrat Michail Nelken (Linke) macht wenig Hoffnung auf Besserung: 2010 müsse sein Kulturamt noch einmal mit 1,25 Millionen Euro weniger auskommen.

Die Künstler kritisieren auch, dass freie Einrichtungen wie das Puppentheater Prenzlkasper oder die Murkelbühne den Eliashof an der Senefelderstraße verlassen sollen, weil dort eine dringend benötigte Grundschule einziehen soll. Der Bezirk prüft einen Umzug in den Thälmannpark, wo bereits kommunale Spielstätten wie das „Theater unterm Dach“ untergebracht sind. „Damit inszenieren sie exemplarisch den Kampf der freien Träger gegen bezirkliche Einrichtung“, wehren sich die Künstler gegen diese Pläne. wek

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