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Kunsthaus in Mitte : Vorerst keine Räumung von Tacheles-Flächen

Die Räumung der Freiflächen hinter dem Kunsthaus Tacheles ist vorläufig abgewendet worden. Das bekannte Gebäude in der Oranienburger Straße bleibt aber bestandsgefährdet.

Julia Rothenburg
Ein Investor hatte eine Mauer im Torbogen des Künstlerhauses bauen lassen - jetzt wollen die Tacheles-Künstler das Hindernis überbrücken. So soll die Brückenkonstruktion aussehen. Im Hintergrund ist der Hofgenerator zu sehen. Der Strom ist abgestellt worden und die Künstler müssen sich selbst helfen.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Jakob Hauser
06.05.2011 08:18Ein Investor hatte eine Mauer im Torbogen des Künstlerhauses bauen lassen - jetzt wollen die Tacheles-Künstler das Hindernis...

Für das Kunsthaus Tacheles und die umliegenden Projekte scheint es für die Räumung keine Gnadenfrist mehr zu geben: Am Mittwochmorgen erschien an der Oranienburger Straße in Mitte der Gerichtsvollzieher, um ein Teil des Geländes räumen zu lassen. Eine Fläche im Hof, auf der Kunst ausgestellt wird, sollte für die spätere Zwangsversteigerung vorbereitet werden. Allerdings musste der Gerichtsvollzieher die Aktion abbrechen – er scheiterte am komplizierten Eigentumgsgeflecht. Die Metallwerkstatt, auf die sich der Gerichtsbeschluss bezog und die als Eigentümerin der Kunst vermutet wurde, existiert seit einiger Zeit nicht mehr. Der Gerichtsbeschluss somit ungültig. Allen Gegenständen müssen nun Eigentümer zugeordnet werden.

Die Tacheles-Künstler konnten aufatmen. Denn schon seit Tagen kursierten Gerüchte, dass Geländes geräumt wird, weil eine Zwangsversteigerung ansteht. Hintergrund ist ein Streit, der sich seit Ende 2008 – dem Ende des ursprünglichen Mietvertrages mit dem Tacheles- Verein – immer weiter zuspitzt. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Künstler für einen kleinen symbolischen Monatsbetrag in den Räumen ihre Kunst ausstellen dürfen. Doch auch nach Ende des Mietvertrages blieben sie. Die HSH Nordbank, Gläubigerin der Fundus-Gruppe, die Grundstückseignerin ist, forderte daraufhin eine Nutzungsentschädigung, rund 108 000 Euro. Soviel hatte der Tacheles-Verein nicht, seither kämpft er für die Erhaltung des Kunsthauses. Dass die Freifläche geräumt werden sollte, hat nach Ansicht von VereinssprecherinLinda Cerna keine Bedeutung für das gesamte Tacheles. Denn die Freifläche gehöre nicht zum Verein. Sie glaubt weiter fest an die Zukunft des Hauses.

„Dafür ist das Tacheles von viel zu großer künstlerischer Bedeutung“, sagt Cerna. Außerdem gebe es ja auch noch keinen Termin für die Zwangsversteigerung. Die Veräußerung des gesamten Areals von dem der Tacheles-Verein nur einen kleinen Teil beansprucht, ist allerdings nur noch eine Frage der Zeit. Aufgeben wird man hier nicht so leicht. „Am 26. Juli findet die nächste Demonstration statt“, sagt Cerna. Für das Café Zapata könnte dann die Zeit schon abgelaufen sein. Die Betreiber müssen bis zum 21. Juli weichen. Auch sie wollen nicht freiwillig weg und. wünschen sich „viele gedrückte Daumen“.

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