• Kurze Wege zur Bestnote Reinickendorf liegt in der Bezirksumfrage der Wirtschaftskammern unangefochten vorn

Berlin : Kurze Wege zur Bestnote Reinickendorf liegt in der Bezirksumfrage der Wirtschaftskammern unangefochten vorn

Alexander Visser

Berliner Unternehmer haben Reinickendorf zum wirtschaftsfreundlichsten Bezirk der Hauptstadt gewählt. Bei der gemeinsamen Umfrage von Tagesspiegel, Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer haben 317 Unternehmer ihre Stimme abgegeben. Auf einer Notenskala von eins bis fünf erreichte Reinickendorf eine Durchschnittsnote von 1,3. Mit einer Note von 2,1 liegt Spandau auf dem zweiten Platz vor Mitte, das die Note 2,6 erreichte.

„Insgesamt zeigt die Befragung, dass die Meinung der Unternehmer über ihre Bezirksämter besser ist als häufig vermutet“, sagte der Berliner IHK-Präsident Eric Schweitzer. Das gute Ergebnis von Reinickendorf überrasche ihn nicht. „Es zeigt, dass ein engagiertes Bezirksamt zu einer hohen Identifikation von Unternehmern mit ihrem Bezirk führen kann. Davon profitieren beide - Bezirk und Wirtschaft. Dadurch sollten sich alle angespornt fühlen“, sagte Schweitzer.

Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz kennt die Wirtschaftsverwaltung in Reinickendorf aus eigener Anschauung: Seine Gebäudereinigungsfirma hat dort ihren Sitz. „Politiker und Beamte müssen den Alltag in den Betrieben kennen, dann können sie sehr wirtschaftsfreundlich handeln“, sagte Schwarz. „Dies gelingt in Reinickendorf besonders gut – ich hoffe auch sehr bald in allen anderen Bezirken.“

In die Rangliste einbezogen wurden nur Bezirke, für die mindestens 15 Bewertungen vorlagen. Sowohl Friedrichshain-Kreuzberg als auch Tempelhof-Schöneberg kamen dabei auf den Mittelwert 2,7. Charlottenburg-Wilmersdorf bildet zurzeit das Schlusslicht: Der Bezirk erreichte die Note 2,9. Die Umfrage, an der sich Unternehmer per Fax oder im Internet beteiligen können, läuft weiter. Im Frühjahr ist eine zweite Auswertung geplant. „Ich hoffe, dass bei der nächsten Auswertung noch mehr Bezirke einen Notendurchschnitt zwischen eins und zwei haben“, sagte IHK-Präsident Schweizer.

In der Umfrage können Unternehmer auch Lob und Kritik über ihren Bezirk äußern. In Reinickendorf fiel das häufige Lob für Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) auf. „Die Arbeit von Frau Wanjura ist hervorzuheben, da sie sich persönlich um Anregungen, Problembeseitigungen und Abhilfe kümmert“, schreibt ein Umfrage-Teilnehmer. Und ein Mitarbeiter des Schreibwarenherstellers Herlitz lobt den „Schulterschluss in der Insolvenzphase“. Auch dank Unterstützung des Bezirks habe Herlitz die Insolvenz überstanden.

Marlies Wanjura zeigte sich erfreut über die Topnote bei der Umfrage. „Da hat sich das viele Knüppeln der Wirtschaftsstabstelle ja gelohnt“, sagte sie. Als einen wichtigen Erfolgsfaktor nannte sie das enge Zusammenspiel verschiedener Abteilungen. „Die Baubehörde haben wir eng mit der Wirtschaftsverwaltung verzahnt“, sagte Wanjura. Zudem gebe es eine enge Zusammenarbeit mit Senatsbehörden wie der Zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle für Unternehmen (ZAK). „Das einzige Problem dieser Behörde ist, dass viele Unternehmer mit dem Namen ZAK nichts anfangen können“, sagte Wanjura.

Für Wanjura gehören auch „weiche Faktoren“ zu einem guten Wirtschaftsstandort: Gute Schulen und ausreichend Plätze für Kinderbetreuung. Die Bürgermeisterin wirbt auch mit ungewöhnlichen Aktionen für ihren Wirtschaftsstandort. Etwa mit der Postkartenaktion „Ich bin ein Reinickendorfer“, die den Bezirk bundesweit bekannt machen soll. „Ehrlich gesagt habe ich die Idee dazu aus Neukölln geklaut“, gesteht Wanjura.

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