Ende der Streiks : Einigung im Tarifstreit bei der BVG

Der Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben ist nach wochenlangem Ringen beigelegt. Die Spitzen der Gewerkschaft Verdi, des Kommunalen Arbeitgeberverbands und der BVG einigten sich auf einen Kompromiss. Der Streik in den BVG-Werkstätten und der Busfahrer soll noch am Wochenende ausgesetzt werden.

BVG
Streit beigelegtl: Am Wochenende sollen die Busse wieder fahren. -Foto: ddp

Im langwierigen Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist am Freitag eine Einigung erzielt worden. Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Abend mitteilte, erhalten die BVG-Mitarbeiter im Schnitt 4,6 Prozent mehr Geld. Im Einzelfall seien die Erhöhungen so verteilt, dass Neubeschäftigte sehr viel stärker davon profitierten, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Die Erhöhung erfolge in einem "komplexen Tarifmodell", das aus Einmalzahlungen, prozentualen Erhöhungen, Festwertbeträgen und Zeitgutschriften bestehe.

"Wir haben einen Kompromiss gefunden, der für beide akzeptabel ist", sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler. "Die gute Nachricht ist: Alle bekommen mehr Geld." Nach BVG-Angaben erhalten die rund 11.500 Beschäftigten des Unternehmens und der Tochter Berlin Transport insgesamt über zwei Jahre 28,3 Millionen Euro mehr Geld - die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung mit eingerechnet.

Die Erhöhung für die von 2005 an zu schlechteren Konditionen eingestellten Neubeschäftigten liegt 40 Prozent über dem Zuschlag der Altbeschäftigten. Außerdem erhalten alle Beschäftigen einmalig 500 Euro sowie eine Gutschrift von 36,5 Stunden auf ihr Arbeitszeitkonto - was in etwa einer Woche Freizeit entspricht.

"Kein Grund zum Jubeln"

Die Tarifvereinbarung gilt 24 Monate lang vom 1. Januar 2008 bis Ende 2009. Sie sei für die Gewerkschaften "kein Grund zum Jubeln", sagte Splanemann, aber sie sei unter "schwierigen Bedingungen" zustandegekommen. Der Einigung müssen die Mitarbeiter noch in einer Urabstimmung zustimmen. Diese werde voraussichtlich nach Pfingsten stattfinden, sagte der Sprecher. Für eine Annahme müssen 25 Prozent der Abstimmenden mit Ja stimmen. Es sei der längste Tarifstreit, den es "in dieser Härte" je bei der BVG gegeben habe, fügte Splanemann hinzu.

Die Streikmaßnahmen würden ab dem Wochenende schrittweise zurückgefahren, es würden aber nicht umgehend genügend Busse für einen normalen Verkehr zur Verfügung stehen. Bis zu einer vollständigen Normalisierung des Fahrplans werde es mehrere Tage dauern, kündigte der Verdi-Sprecher an. (küs/AFP)

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