Neuer Slogan : Berlin als Schicksalsfrage

Das „Berlin-Board“ traf sich zur ersten Sitzung. Das Expertengremium soll die Stadt voran bringen.

Sabine Beikler
Berlin-Board
Klaus Wowereit mit den Teilnehmern des neuen "Berlin Boards". -Foto: dpa

Mit so einer Entourage aus bedeutenden Persönlichkeiten tritt Klaus Wowereit selten vor die Öffentlichkeit. Am Mittwoch war der Regierende Bürgermeister sichtlich stolz, Vertreter aus Wirtschaft, Kultur, Stadtentwicklung und Wissenschaft im Roten Rathaus zu präsentieren. Diese Experten gehören dem Gremium „Berlin- Board“ an, das sich gestern konstituiert hat. Ziel sei es, „kluge Köpfe zusammenzubringen“, so Wowereit, die sich in ihren Bereichen positiv für Berlin einsetzen und eine internationale Imagekampagne unterstützen. Nur: Die Marke für die Hauptstadt fehlt noch. Der neue Berlin-Slogan soll aber spätestens im November beim nächsten Treffen vorliegen.

Dafür sollen kreative Köpfe sorgen, die Berlin per Ausschreibung auswählen will. Die zwölf Experten von „Berlin-Board“ dagegen sollten als „Botschafter Berlins nach innen und außen wirken“, sagte Wowereit. Nach innen bedeutet, dass sie der Stadt eine gehörige Portion Selbstbewusstsein verpassen sollen, an dem es den Berlinern laut Wowereit häufig fehle. Viermal im Jahr will sich das „Berlin-Board“ treffen, in dem neben den zwölf Experten auch Senatsmitglieder sitzen.

Wowereit betonte, dass bei der Positionierung der Stadt auch die wechselvolle Geschichte Berlins und der Leitgedanke der Freiheit eine Rolle spiele. Berlin sei eine „deutsche Schicksalsfrage“, formulierte Mathias Döpfner, Vorstandschef der Axel Springer AG. Die Zukunft Berlins sei eng mit der Entwicklung Deutschlands eng verknüpft. Der Genforscher Thomas Tuschl, der zurzeit in New York arbeitet, sagt Berlin eine herausragende wissenschaftliche Entwicklung voraus. „Die Sogwirkung, die Berlin ausübt, darf nicht unberücksichtigt bleiben.“ Und MTV-Chefin Catherine Mühlemann bekannte, Berlin sei für sie „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen. Sie als Schweizerin könne nicht nachvollziehen, warum die Lebensqualität in der Stadt zu wenig betont werde. Eckard Minx, Leiter der Daimler-Chrysler-Forschungsabteilung „Gesellschaft und Technik“ betrachtet die Entwicklung Berlins im Wettbewerb mit internationalen Großstädten. „Es geht um neue Technologien, um zukunftsrelevante Lösungen für die Stadt“, sagte er. Berlin könnte eine Musterstadt für Stadtentwicklung werden.

Ein konkretes Arbeitsprogramm legte das Gremium gestern noch nicht vor. Für die nächsten zwei Jahre stehen dem „Berlin-Board“ je zehn Millionen Euro zur Verfügung. „Es sollen nicht bloß Fakten dokumentiert, sondern Ergebnisse geliefert werden“, sagte Wowereit. CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger sagte über das Gremium, Berlin leide nicht an einem schlechten Image, sondern an einer schlechten Ansiedlungspolitik. Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt- Bohlig forderte vom Senat ein Leitbild für die weitere Entwicklung. Sabine Beikler

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