Parteipolitik : Redler soll nicht Linkspartei-Mitglied werden

Die frühere Spitzenkandidatin der WASG, Lucy Redler, wird vorerst nicht Mitglied der Linkspartei. Gegen ihren Beitritt sollen zwei Parteimitglieder Widerspruch erhoben haben. Der Neuköllner Linke-Bezirksvorstand muss über die Mitgliedschaft Redlers entscheiden.

Lars von Törne
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Lucy Redler stößt bei ihrer Suche nach der politischen Heimat auf Widerstand. -Foto: dpa

BerlinEs war eine gezielte Provokation – jetzt erfolgte der Gegenschlag. Die Linkspartei hat das Vorhaben einer ihrer prominentesten linken Kritikerinnen durchkreuzt, die Partei von innen zu attackieren. Lucy Redler, einstige Spitzenkandidatin der zum Teil mit der Linken fusionierten WASG und Kämpferin gegen den rot-roten Berliner Regierungskurs, ist vorerst mit ihrem Vorhaben gescheitert, der Linken in Berlin beizutreten.

Der Widerstand gegen Redler ging allerdings nicht von der Berliner Linken aus, betont Landesparteisprecher Thomas Barthel, sondern von Bundespolitikern, die den Übergang der WASG in die mit der PDS gegründete Linke geleitet haben. Zwei Bundespolitiker der Linken, darunter der WASG-Gründer und Linke- Bundestagsabgeordnete und Vizefraktionsvorsitzende Klaus Ernst, haben gegen Redlers Antrag auf Mitgliedschaft Einspruch eingelegt. „Wir können nachvollziehen, dass von diesen Leuten Widerspruch kommt, die mit Lucy Redler lange Auseinandersetzungen führen mussten“, sagte Barthel.

Redler, die aus der trotzkistischen Gruppierung SAV (Sozialistische Alternative) kommt, hatte immer wieder kritisiert, dass die Linke im Bund zwar für radikale Opposition steht, aber in Berlin in der Landesregierung Realpolitik macht. Sie wollte in den Neuköllner Bezirksverband der Linken eintreten, um die Partei „weiter nach links zu drücken“.

Redler bezeichnete den Einspruch gegen sich und drei andere SAV-Mitstreiter gestern als „Versuch, die Reihen der Kritiker am rot-roten Senat mit administrativen Maßnahmen zu schwächen und der Berliner Linken den Rücken frei zu halten“. Jetzt muss zuerst der Neuköllner Bezirksvorstand der Linken Stellung nehmen. Sollten die Genossen, wie zu erwarten, den Einspruch gegen Redler mittragen, kann sie sich noch an die Landesschiedskommission und am Schluss an die Bundesschiedskommission wenden. Einen Rechtsanspruch auf Mitgliedschaft gibt es nicht. Parteiintern wird erwartet, dass das Verfahren bis Jahresende abgeschlossen sein wird.

Redler nutzt den Streit um ihre Person erneut, um Rot-Rot zu attackieren. Nicht sie als Person stehe im Widerspruch zur Politik der Linken im Bund, sagt Redler. Vielmehr schade die Politik der Linken in der Berliner Koalition der Partei.

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