Schönheitskur : Senat und Wirtschaft wollen City-West aufwerten

Lichtinstallationen, mehr Straßengrün, neue Cafés und Ruhezonen mit Sitzbänken in der Budapester und Nürnberger Straße gehören zu den Ideen, die Senats- und Wirtschaftsvertreter vorstellten.

Cay Dobberke

Noch sind die Budapester und Nürnberger Straße in der City-West vor allem durch den Autoverkehr geprägt, zum Verweilen lädt dort wenig ein. Doch das soll sich ändern: Lichtinstallationen, mehr Straßengrün, neue Cafés und Ruhezonen mit Sitzbänken gehören zu den Ideen, die Senats- und Wirtschaftsvertreter am Montag vorstellten. Ab 2008 will die finanziell von der Privatwirtschaft getragene Initiative „Service in the City“ mit der Umsetzung beginnen.

Landschaftsarchitektin Cornelia Müller vom Planungsbüro „Lützow 7“ präsentierte mögliche Verbesserungen. Sie denkt an eine „einheitliche Beleuchtung“ im Winter, um die „Tristesse“ während der dunklen Jahreszeit zu beenden. Zusätzlich könne Lichtkunst die Hotels optisch herausheben und schmucklose Gebäude wie das Parkhaus des Europa-Centers in der Nürnberger Straße aufwerten. Ein entsprechendes Konzept steuerte der Berliner Lichtdesigner Andreas Boehlke bei. Die auffälligste Idee ist ein „Fliegender Teppich“ – ein dünnes Lichtnetz, das über Teile der Nürnberger Straße zwischen Tauentzien- und Budapester Straße gespannt werden könnte.

Einige der Parkplätze entlang beider Straßen will Müller durch „Ruheinseln“ ersetzen, auf denen ein kleiner Cafébetrieb denkbar sei. Außerdem ist ein Café in der Ladenzeile an der Budapester Straße zwischen Breitscheidplatz und Hotel Intercontinental geplant. Bisher seien die Arkaden, in denen sich Reisebüros und Autovermietungen angesiedelt haben, „nicht einladend“, sagte die Planerin. Der benachbarte Zoo habe sich mit einem Café dort einverstanden erklärt. Der Zoo selbst plant einen kleinen Neubau für einen Souvenirshop am Elefantentor. Die Mauern neben dem Eingang sollen zum Teil durch Glas ersetzt werden, um Blicke in den Zoo zu ermöglichen.

„Jeder muss sich verantwortlich fühlen für das, was sich vor seiner Tür abspielt“, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Präsentation. Die Initiative war 2005 an seinem „Runden Tisch für Tourismus“ vereinbart worden. Hauptgeschäftsführer Jan Eder von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin kündigte an, im Ludwig-Erhard-Haus der IHK werde ein Büro eröffnen, das das Projekt betreuen soll. Zu den treibenden Kräften zählen die Hotels. Willy Weiland, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin, kündigte öffentlich-private Partnerschaften an. Auf diese Art wollen sich Hoteliers an der Grünpflege beteiligen. An einem Rundgang nahmen gestern auch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg JungeReyer (SPD) und Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) teil. Sie sagten, die Initiative gelte nicht nur der City-West und solle als Vorbild für weitere Straßen dienen.Cay Dobberke

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