Wahlkampf : Kandidatin Gesine Schwan wirbt bei Rot und Grün

Die SPD hat Gesine Schwan ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten geschickt. Jetzt stellte sich die Hochschulprofessorin bei Berliner Sozialdemokraten und Grünen vor.

Ulrich Zawatka-Gerlach
70. Jahrestag der Pogromnacht von 1938 - Rede Schwan
Bewerberin. Gesine Schwan ist Kandidatin der SPD für das Amt des Bundespräsidenten. -Foto: dpa

In aller Ruhe schlenderte sie auf den Vorplatz des Abgeordnetenhauses, hielt dort ein kleines Schwätzchen, schaute auf die Uhr und nahm das Kopftuch ab. Dann rückte Gesine Schwan noch rasch die blonde Haarpracht zurecht und spazierte in den dritten Stock des Parlamentsgebäudes, um am Dienstagnachmittag die SPD-Fraktion zu besuchen.

Eine Stunde diskutierte sie dort mit den Parteifreunden und versprach, als Bundespräsidentin die Menschen zu ermutigen, sich stärker einzubringen und politisch zu engagieren. „Man könnte mehr machen aus dem obersten Staatsamt“, sekundierte der SPD-Fraktionschef Michael Müller. Und dafür sei Gesine Schwan natürlich die beste Kandidatin. Er sei auch optimistisch, dass sich in der Bundesversammlung 2009 eine Mehrheit für sie finden werde.

Reisen quer durchs Land

Die Hochschulprofessorin und SPD-Frau reist derzeit quer durch die Republik, um für sich zu werben. In ihrer Heimatstadt Berlin nahm sie gestern nicht nur die Einladung der eigenen Landtagsfraktion an, sondern wechselte nach dem Gespräch bei den Sozialdemokraten auf die andere Seite des Flurs – zur Fraktion der Grünen. Deren Vorstand hatte rechtzeitig davon Wind bekommen, dass Schwan zur SPD kommt und lud sie ebenfalls ein.

Kein Besuch bei der Linksfraktion

Eine rot-grüne Kandidatin, wie bei der Präsidentschaftswahl 2004, ist Schwan nicht. „Aber sie hat eindeutig unsere Unterstützung“, sagte die Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig nach dem Besuch. Die Kandidatin kündigte bei den Grünen an, die Zeit bis zur Präsidentenwahl für eine gesellschaftliche Debatte über die soziale Marktwirtschaft in der globalen Finanzkrise zu nutzen. Und sie wolle versuchen, das „Lagerwahldenken aufzubrechen“. Zur Linksfraktion ging Gesine Schwan nicht, aber der Kandidat der Bundeslinken, Peter Sodann, wird dort auch nicht erwartet.

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