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Zu Gast bei Party-Veranstalter Schmidt : Opposition verlangt Aufklärung über Wowereits Finca-Besuch

Klaus Wowereit war zu Gast im Ferienhaus des Partyveranstalters Schmidt in Spanien. Oppositionspolitiker ziehen Parallelen zur Affäre Wulff.

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Klaus Wowereit bei der Eröffnung der Touristikmesse ITB vor wenigen Tagen.
Klaus Wowereit bei der Eröffnung der Touristikmesse ITB vor wenigen Tagen.Foto: dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat weitere enge Kontakte zu dem umstrittenen Eventmanager Manfred Schmidt eingeräumt. Wowereit erklärte, dass er aber keine Vergünstigungen wie Gratisflüge oder Eintrittskarten von dem Event-Manager entgegen genommen habe.

Die Kontakte zwischen dem Regierenden Bürgermeister und dem Eventmanager waren erstmals vor vier Wochen bei einer Fragestunde im Abgeordnetenhaus von den Grünen thematisiert worden. Grünen-Politiker Dirk Behrendt wollte Anfang Februar während der Plenarsitzung von Wowereit wissen, wer eine SPD-Wahlkampfparty im Juli 2011 bezahlt habe, die in Schmidts „Residenz“ am Brandenburger Tor stattfand. Der Regierende Bürgermeister bestätigte, dass es die Veranstaltung gab. Dem sei nichts hinzuzufügen. „Im Wahlkampf gab es von allen Parteien Veranstaltungen, wo Bürger ihre jeweiligen Kandidaten unterstützt haben.“

Man kennt sich. Eventmanager Manfred Schmidt und Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit 2010 bei einer "Trüffelparty" im Berliner Hotel Intercontinental.
Man kennt sich. Eventmanager Manfred Schmidt und Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit 2010 bei einer "Trüffelparty" im...Foto: Xamax

Daraufhin nannte der Grünen-Politiker Behrendt den Bürger Schmidt „eine Kanaille“. Wowereit fand das unerhört und wunderte sich, dass auf einmal alle, die bei den „erfolgreich von Herrn Schmidt durchgeführten Veranstaltungen, die für Berlin auch wichtig waren", nun so täten, als hätten sie damit nichts zu tun. „Waren Sie bei Herrn Schmidt in Urlaub?“, rief die Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop noch dazwischen. Aber da war die Fragerunde schon vorbei. Und die Grünen beschlossen, ihre Fragen nach möglichen Vergünstigungen Schmidts zugunsten des Regierungschefs oder seiner Mitarbeiter schriftlich nachzureichen. Nun kam die Antwort, die auf Erinnerungen Wowereits an seinen Urlaub vor acht Jahren beruhte. Und die habe ihn schon „sehr erstaunt“, so Behrendt.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat demnach 2004 den umstrittenen Eventmanager Manfred Schmidt in dessen Finca in der Nähe von Barcelona besucht. Im Rahmen eines privaten Urlaubs sei er eingeladen worden, bestätigte am Freitag der Senatssprecher Richard Meng. Für zwei, drei Tage. Mit irgendwelchen Vergünstigungen, etwa Gratisflüge oder Eintrittskarten, sei dies nicht verbunden gewesen. An diesem Besuch sei „nichts Verwerfliches oder Geheimnisvolles“, fügte Meng hinzu. Der Senatskanzlei seien auch keine Geschäftsbeziehungen zwischen Schmidt und der Berliner Landesregierungen bekannt. Dies gelte auch für die Frage, ob enge Mitarbeiter Wowereits bei Schmidt Urlaub gemacht hätten.

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