Landwehrkanal : Jeder Pate kämpft um seinen Baum

Fällungen am Landwehrkanal: Auf der Suche nach einer Lösung wollen sich Anwohner und Vertreter des Bezirks, des Verkehrsministeriums sowie des Wasser- und Schifffahrtsamts zu einem Runden Tisch im Bundestag treffen.

Baum
Streit um die Bäume: Bringt der runde Tisch eine Lösung? -Foto: ddp

Der am intensivsten als Erholungsgebiet genutzte Abschnitt des Landwehrkanals ist auch der am stärksten von den geplanten Baumfällungen betroffene. „Der Großteil der 41 Bäume steht zwischen Kottbusser Brücke und Waterloobrücke, wir werden sie jetzt alle deutlich markieren“, sagt Arno Paulus von der Initiative „Rettet die Bäume am Landwehrkanal“. Am Donnerstagnachmittag wollten sich Anwohner, Vertreter des Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain, Abgeordnete von SPD und Grünen, Vertreter des Bundesverkehrsministeriums sowie des Wasser- und Schifffahrtsamts zu einem Runden Tisch im Bundestag treffen.

Bei dem Treffen von Umweltschützern, Bezirk und Bundesbehörden sollte es um Fälltermine, Aufforstung, Sanierung und Öffnung der für den Schiffsverkehr gesperrten Wasserstraße gehen. Zudem wollte die Bürgerinitiative erneut Alternativen zur Fällung diskutieren. „Andere Länder machen vor, wie man durch Beton-Sand-Injektionen unter der Wasseroberfläche und der Ufermauer, durch Spundwände, Gerüstabstützung oder Stahlseilverspannung unterspülte Ufer sanieren und das Grün retten kann“, sagt Paulus.

Beim Wasser- und Schifffahrtsamt heißt es, dies sei am Landwehrkanal nicht praktikabel. Deswegen sollen nun auch Weiden am Urbanhafen abgeholzt werden. Die Bürgerinitiative schlägt zudem vor, dass umweltfreundliche Elektro- oder Solarboote auf dem Kanal fahren sollen.

Nach Auskunft von Arno Paulus kontrollieren in der Nähe jedes Baumes Anwohner etwa vom Balkon aus das Geschehen – sie wollen eine Telefonkette starten, wenn ein Containerschiff mit Arbeitern anlegt. „Wir haben 35 teils professionelle Baumkletterer, jeder Baum besitzt einen Paten, der dann sofort raufklettert.“ Selbst 90-jährige Damen würden das Anliegen der Initiative unterstützen. kög

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