Berlin : Lange Nacht der Museen: Eine Eintrittskarte für 90 Ausstellungsstätten

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Der Abend kann lang werden. Doch nicht nur Bars, Clubs und Kneipen haben wie üblich bis spät geöffnet. Heute lassen auch die Berliner Museen bis zwei Uhr Besucher ein, denn zum achten Mal findet die Lange Nacht statt. Über 90 Museen und andere Ausstellungsorte machen mit und können mit nur einer Eintrittskarte besichtigt werden. Die Organisatoren vom Museumspädagogischen Dienst erwarten, dass bis zu 50.000 Menschen die großzügigen Öffnungszeiten und das reiche Angebot drumherum nutzen werden. Bei der siebenten Langen Nacht waren 45000 Besucher gezählt worden.

Eine zentrale Frage der Nacht: Wie kommt der Kunstfan von Museum zu Museum, beispielsweise vom Ethnologischen Museum in Dahlem zum Panke-Museum in Pankow? Da wäre zum einen der Shuttle-Service: Die Berliner Verkehrsbetriebe pendeln auch dieses Mal mit Shuttle-Bussen durch die Stadt, auf elf Routen, alle 10 bis 20 Minuten und gratis. Die Routen 1 bis 6 starten und enden am Schlossplatz, Route 7 am Schloss Charlottenburg, Route 8 an der Domäne Dahlem, Route 9 ebenfalls am Schloss Charlottenburg, Route 10 an den Treptowers und Route 11 an der S-Bahn-Station Friedrichshagen. Detaillierte Routenpläne mit den Haltestellen und alle Adressen und Angebote finden sich im kostenlosen Programmheft der Langen Nacht. Das gibt es in allen teilnehmenden Instituten.

Daneben sind auch historische Doppeldecker-Busse unterwegs. Sie bringen Besucher vom Schloss Charlottenburg zum S-Bahn-Museum Griebnitzsee und zurück. Zu einigen abgelegeneren Stationen fahren die Shuttle-Busse der BVG nicht. Die Organisatoren empfehlen, die normalen Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen zu nutzen.

Etwas gemächlicher, dafür aber romantischer kommt man auf dem Wasser voran: Das Museumsschiff "Volldampf" legt jeweils zur vollen Stunde zwischen 19 und 1 Uhr zur 40-minütigen Rundfahrt ab, Abfahrt am Museumsanleger Landwehrkanal/Möckernbrücke. Vom Historischen Hafen an der Mühlendamm-Schleuse fahren zwischen 18 und 1 Uhr Schiffe zu den Treptowers. Außerdem legen hier anlässlich des Hafenfestes den ganzen Abend historische Schiffe ab.

Mit einer Eintrittskarte haben die Besucher freien Zugang zu allen Häusern. Das Ticket kostet regulär 20, ermäßigt 12 Mark, Kinder unter 12 Jahren bummeln kostenlos mit. Die Karte gilt von heute, 15 Uhr, bis morgen, 5 Uhr, als Fahrschein für die Tarifgebiete ABC. Die Eintrittskarten und das für die Orientierung unverzichtbare Programmheft gibt es in allen beteiligten Museen und Ausstellungshäusern.

An allen Stationen sind die gerade laufenden Ausstellungen zu sehen. Darüber hinaus haben sich die Teilnehmer jedoch jede Menge einfallen lassen: Es wird gelesen, Musik gemacht und getanzt. Zahlreiche Führungen bringen die Sammlungen der Museen näher. Einzelne Häuser haben sich als Thema ein Land herausgesucht, das dann auch kulinarisch präsentiert wird. An vielen Orten laufen open-air und drinnen Filme, oft im großen Kino-Format. Das sehr umfang- und einfallsreiche Programm aller Häuser ist, nach Shuttle-Bus-Routen geordnet, im Programmheft aufgeführt.

Dort ist auch verzeichnet, welche der beteiligten Institute für behinderte Menschen gut, weniger gut oder nur schlecht zugänglich sind. Auf dem Schlossplatz sind Helfer für Behinderte postiert.

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