Berlin : Langes Warten am Gepäckband

In Schönefeld hält der Service mit den höheren Passagierzahlen nicht mit. Besser wird es erst ab November

Klaus Kurpjuweit

Schönefeld ist nach Jahren der Stagnation der Flughafen mit den höchsten Wachstumsraten in Deutschland. Rekordverdächtig sind inzwischen jedoch manchmal auch die Wartezeiten für die Passagiere. Zu Engpässen kommt es beim Einchecken vor dem Abflug und an den Gepäckbändern nach der Landung. Besser wird die Lage voraussichtlich erst im November, wenn ein weiterer Terminalanbau eröffnet wird.

Ein Beispiel: Der Flug von Dublin nach Berlin mit der irischen Aer Lingus hat nur gut zwei Stunden gedauert. Doch nach der Landung beginnt das lange Warten. Zunächst vor den Einreisekontrollen durch den Bundesgrenzschutz. Fast gleichzeitig ist auch eine Maschine aus Damaskus gelandet. An den drei geöffneten Schaltern der Passkontrolle stehen zwar Hinweise, wo sich EU- und Nicht-EU-Bewohner anstellen sollen, doch kaum jemand hält sich daran. Und so wird eben überall lange kontrolliert. Immerhin sind die letzten Passagiere der beiden Maschinen nach gut 20 Minuten an der Reihe.

Inzwischen läuft bereits hinter den Schaltern das Gepäckband. Doch darauf befinden sich nur die Taschen und Koffern der Passagiere aus Damaskus. Dann steht das Band wieder still. Als es endlich wieder anläuft, liegen die Gepäckstücke im Abstand von mehreren Metern auf dem Band. Dies ist ein Indiz dafür, dass es für das Beladen nur wenige Mitarbeiter gibt. Eine Stunde nach der Landung ist dann auch das letzte Gepäckstück aus Dublin da.

Flughafensprecherin Rosemarie Meichsner betätigte, dass lange Wartezeiten möglich seien, wenn mehrere Maschinen kurz hintereinander landen. Nach Angaben von Mitarbeitern des Flughafens ist dies inzwischen sogar schon fast die Regel. In Schönefeld gibt es derzeit nur drei Bänder für die Ausgabe des Gepäcks aller Passagiere. Komme es zu einem Engpass, versuche man, das Gepäck der Passagiere der Billigfluglinien auf ein Band zu konzentrieren, damit diejenigen, die einen hohen Preis zahlen, nicht ganz so lange warten müssen.

Schönefeld ist inzwischen aber „der“ Flughafen der Billigfluglinien. Die Zahl der Passagiere hat sich im vergangenen Jahr von 1,7 Millionen auf 3,4 Millionen verdoppelt. In diesem Jahr sollen sogar bereits fünf Millionen Fluggäste abgefertigt werden.

Erweitert wurde bisher aber nur der Abflugbereich im Terminal B, speziell für die Billigfluglinie Easyjet. Trotzdem kommt es durch den Erfolg der Fluggesellschaft auch dort zu Wartezeiten vor allem vor den Sicherheitskontrollen. Nur wenige wissen, dass sie als Easyjet-Passagier auch die Kontrollen im Terminal A passieren können. Und weitere Kontrollstellen sind geplant.

Mehr Platz – und weitere Gepäckbänder – soll es durch den neuen Terminal-D-Trakt geben, der westlich der heutigen Anlagen gebaut wird. Den Planungen zufolge, soll er vorwiegend von der Billigfluglinie Germanwings genutzt werden, die Schönefeld zu ihrem dritten Drehkreuz in Deutschland auserkoren hat. 10 bis 12 Millionen Euro will die Flughafengesellschaft dafür investieren. Dann wird es drei weitere Gepäckbänder geben, was die Kapazität verdoppelt und die Wartezeiten verringern soll.

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