Berlin : Leben im Dreck – bis die Polizei kommt

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NOVEMBER 2005

In Spandau fanden Polizisten zwei drei und sieben Jahre alte Kinder in einer Wohnung zwischen „Kot, Schimmel und Erbrochenem“, nachdem sie von der Feuerwehr die Tür aufbrechen lassen hatten. Die Mutter (42), die auch in der Wohnung saß, auf das vorherige Klingeln aber nicht reagierte, war ein Pflegefall. Informiert wurde die Polizei vom Personal einer Klinik, wo der 45-jährige Vater der Kinder sich behandeln ließ. Er war wegen einer „Schnittverletzung im Genitalbereich“ im Krankenhaus, die er sich beim Basteln mit den Kindern zugezogen habe. Die Kinder wurden zum Kindernotdienst gebracht.

DEZEMBER 2005

In Reinickendorf fanden Polizisten die elfjährige Julia alleine in der Wohnung vor: Ohne Essen oder Vorräte, die einzige Waschgelegenheit war eine Spüle in der Küche – zugestellt mit Schmutzgeschirr. Die Jalousien konnte das Mädchen nicht öffnen. Der Fall macht auch Schlagzeilen, weil das Kind sechs Monate nicht mehr zur Schule gegangen sein soll.

In Lichtenberg meldete sich eine aufmerksame Nachbarin bei der Polizei. In einer Wohnung fanden die Beamten dann drei Geschwister (4, 10 und 15 Jahre) in einer Wohnung voller Urin, Kot, verschimmelten Essensresten, zerbrochenem Geschirr und Schmutzwäsche. Die Kinder hatten nur wenig Kleidung an und „froren jämmerlich“, hieß es im Polizeibericht.

JANUAR 2006

In Blankenfelde (Brandenburg) fanden Polizisten während eines Einsatzes zufällig zwei vier und sechs Jahre alte Jungen, die in einem kalten, schmutzigen Schuppen hausten. Die Kinder waren unterkühlt, Essen hätten sie zuletzt am Vortag bekommen.

In Frankfurt (Oder) wurde ein 14-Jähriger dem Jugendheim übergeben, weil er bei seinem Vater in einer völlig „vermüllten und verwahrlosten“ Wohnung lebte. tabu

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