Leichtathletik-WM : Zwei Stadien am Brandenburger Tor

Große Pläne: Wenn die Marathonläufer der Leichtathletik-WM über die Ziellinie gehen, sollen 7000 Menschen in den Rängen dabei sein. Zu dem internationalen Sportereignis im August 2009 entstehen mehrere Tribünen am Brandenburger Tor - und ein Kulturstadion.

André Görke

In der Silvesternacht wird die Leichtathletik-WM 2009 das erste Mal ganz im Mittelpunkt Berlins stehen, umringt von einer Million feiernder Menschen. Dort nämlich, auf dem schmalen Mittelstreifen der Straße des 17. Juni, steht eine große Uhr, die die Zeit bis zum Start der WM herunterzählt. In der Silvesternacht wird die Zahl „226“ aufblinken – so viele Tage sind es noch bis zur WM in Berlin.

Dann sollen auf beiden Seiten des Brandenburger Tores Stadien entstehen: Auf der Straße des 17. Juni, an der Ziellinie vieler Laufwettbewerbe, werden große Tribünen für bis zu 7000 Menschen aufgebaut, sagte Cem Herder, Sprecher der WM 2009. „Und auf dem Pariser Platz planen wir ein Kulturstadion.“ Dort könnten sich die teilnehmenden Nationen präsentieren, es sei auch an eine Bühne für Experten-Interviews und Musiker gedacht. Im Frühjahr werden die Details bekannt gegeben. Dann soll auch feststehen, ob die WM-Eröffnungsfeier – vermutlich einen Tag vor den ersten Wettkämpfen am 15. August im Olympiastadion – auch in der Innenstadt ausgetragen wird.

Die Planungen werden immer konkreter. Vor wenigen Tagen hatten die Veranstalter die Laufstrecke festgelegt: So wird der 10-Kilometer-Rundkurs des Marathons vorbei an Potsdamer Platz, Siegessäule, Schloss Bellevue, Museumsinsel und zurück zum Brandenburger Tor führen. Auf der vierten Runde – der Marathon ist schließlich exakt 42,195 Kilometer lang – werde eine Schleife über 2,195 Kilometer um den Alexanderplatz gelaufen, teilten die Veranstalter mit. Der Marathon der Frauen wird am Sonntag, dem 23. August, stattfinden und der letzte Straßenwettkampf sein; die Männer starten am Tag zuvor ebenfalls um 11 Uhr.

Etwas langsamer wird es am ersten Tag der Leichtathletik-WM in der Innenstadt zugehen: Dann starten am Stadion auf der Straße des 17. Juni die Geher über 20 Kilometer. Ihr zwei Kilometer langer Rundkurs verläuft bis zum Wendepunkt am Reiterdenkmal Friedrichs II. – es geht also immer hin und her. Das mag sich eintönig anhören, ist aber noch lange nicht so monoton wie der Wettbewerb über 50 Kilometer auf derselben Strecke. Da muss den Zuschauern auch etwas geboten werden.

Für die Wettkämpfe im Olympiastadion wurden bisher 170 000 Tickets verkauft. Tageskarten sind ab 30 Euro zu haben, Dauerkarten ab 350 Euro. Auch die Quartierfrage ist gelöst: Die 2500 Athleten und Funktionäre werden im Hotel „Estrel“ an der Sonnenallee in Neukölln wohnen sowie im Hotel „Berlin, Berlin“ am Lützowplatz in Tiergarten. Eine weitere Angelegenheit wird in drei Wochen geklärt: Dann wird das Maskottchen der Leichtathletik-WM 2009 vorgestellt. So viel wird verraten: Es soll – anders als „Goleo“, der Löwe der Fußball-WM 2006 – eine Hose tragen.

Tickets und Details: www.berlin2009.org

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