Berlin : Leichter, sauberer, leiser Wie die Zukunft

der BVG-Busse aussieht

Klaus Kurpjuweit

Für die BVG liegt die Zukunft in der Berliner Luft. In 15 bis 20 Jahren will der größte kommunale Verkehrsbetrieb in Deutschland nur noch Busse einsetzen, die weit weniger Schadstoffe aus dem Auspuff blasen als die heutigen Fahrzeuge. Als Treibstoff wird sich der Wasserstoff durchsetzen, ist Technikvorstand Thomas Necker von der BVG überzeugt. Für den Verkehrsbetrieb fahren derzeit 1300 Busse.

Vier dieser Fahrzeuge fahren seit diesem Jahr mit Wasserstoffantrieb, zehn weitere sollen folgen. Die BVG hätte dann weltweit die größte Flotte von Wasserstoffbussen. Die Fahrzeuge haben herkömmliche Verbrennungsmotoren. Der alternative Brennstoffzellenantrieb ist laut BVG in der Entwicklung noch nicht weit genug.

Mit den ersten Erfahrungen sei man zufrieden, sagt Necker. Er hofft, dass die Busse von 2010 an auch wirtschaftlich fahren können. Heute muss die BVG im Vergleich zum Dieselantrieb noch draufzahlen. Verlust macht sie trotzdem nicht, denn das Wasserstoff-Projekt wird von EU und Bundesregierung gefördert.

Noch ist die Wasserstoff-Produktion teuer. Die BVG setzt darauf, ihn aus Erdöl oder Erdgas gewinnen zu können. Auch andere Verfahren sind möglich. Am weitesten ist die Elektrolyse, sie ist aber auch am teuersten. Forscher hoffen, in Zukunft den Wasserstoff mit einem billigen Verfahren auch aus Biomasse oder sogar aus Grünalgen gewinnen zu können. Mit der Herstellung aus erneuerbaren Rohstoffen wäre der Wasserstoffantrieb besonders umweltfreundlich.

Nicht aufgegeben hat die BVG auch den sogenannten Hybrid-Antrieb. Dabei kann ein herkömmlicher Dieselmotor mit einem Elektroantrieb kombiniert werden. Die elektrische Energie kann beim Bremsen gewonnen und gespeichert werden. Der Bus würde dann zum Beispiel beim Anfahren automatisch auf Elektroantrieb umschalten. Da der elektrische Antrieb erheblich leiser ist als ein Dieselmotor, würden die Busse auf diese Art weit weniger Lärm erzeugen.

Vor allem beim Anfahren sind die heutigen Busse sehr laut. Und Lärm werde auch für die Zukunft ein zu lösendes Problem sein, ist Necker überzeugt. Die BVG müsse aber abwarten, was die Industrie anbieten könne. „Und jede Lösung muss betriebswirtschaftlich akzeptabel sein“, sagt Necker. Technischen Fortschritt um jeden Preis werde es nicht geben können.

Der Technik-Vorstand ist aber überzeugt, dass die Busse bald zumindest leichter werden können. Heute seien vor allem die Eindecker noch zwei bis drei Tonnen zu schwer. Vermindert sich das Gewicht, sinkt auch der Verbrauch – egal, ob nun Diesel oder Wasserstoff im Tank ist.

Anders als beim Bus sind bei der Straßenbahn und der U-Bahn offensichtlich kaum noch große technische Entwicklungen zu erwarten. Hier geht es auch vor allem darum, den Energieverbrauch zu senken. Pläne, die U-Bahn vom Rad-Schiene-System auf Magnetbahn-Technik umzustellen, werden nicht mehr verfolgt. Billiger würde die Magnetbahn ohnehin nicht werden, sagt Necker. Kupfer, das für die Magnettechnik erforderlich ist, werde auch künftig immer teurer sein als der für die U-Bahn benötigte Stahl.

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