Berlin : Lesbisch-schwules Stadtfest: Feier für die Community?

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Zehn Jahre ist das lesbisch-schwule Stadtfest geworden, das heute und morgen um jeweils 11 Uhr beginnt. Entstanden ist es, nachdem es wiederholt zu Übergriffen auf Schwule in der Schöneberger Motzstraße kam und der Plan aufkam, mit einem Straßenfest auf sich aufmerksam zu machen. Über das Fest und seine Ursprünge sprach Matthias Oloew mit dem Organisator Theo van Tulden.

Das Stadtfest ist als eine Maßnahme zur Gewaltprävention entstanden. Wie wichtig ist das Thema heute?

Die Idee war entstanden in der Zusammenarbeit des damaligen Ansprechpartners für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Berliner Polizei und dem Schwulen Überfalltelefon. Sie wollten, dass die Forderungen und Bedürfnisse von Lesben und Schwulen durch ein Straßenfest in die Öffentlichkeit getragen werden. Die Ideale von damals werden weitergetragen von den vielen Vereinen und Verbänden, die sich und ihre Arbeit während des Fests darstellen. Von zirka 180 Berliner Vereinen sind 75 mit einem Stand vertreten. Seit 1999 haben wir ein neues Management und damit auch eine Professionalisierung bei der Vorbereitung.

Was bedeutet das?

Nicht mehr alle Anbieter beim Straßenfest kommen aus der Szene. Die Schausteller, die nicht dazuzählen, wählen wir aber ganz gezielt aus. Wir haben diesmal noch größeren Wert darauf gelegt, dass wir uns von den anderen Straßenfesten unterscheiden: nicht teurer, aber trotzdem schicker und bunter soll es sein. Stände aus Holz gibt es nicht mehr, am Sonnabend gibt’s ein Feuerwerk und statt vier gibt es diesmal fünf Bühnen.

Das Fest gilt als gemeinnützig. Was passiert mit dem Überschuss?

Das steht im Detail noch nicht fest. Klar ist aber, dass 17 Projekte, die von den Mittelkürzungen des Senats betroffen sind, am Sonntag einen Scheck von 20 000 Euro erhalten. Außerdem spenden wir an das Bezirksamt, um den Spielplatz an der Fugger, Ecke Eisenacher Straße wieder aufzuhübschen.

Und Gebühren kassiert das Bezirksamt auch?

Ja. Wir zahlen 20 000 Euro für die Nutzung der Straßen. Der Streit von damals ist aber beigelegt. Wir haben zwar vor Gericht gewonnen, die Gebühren für die kommerziellen Stände werden aber trotzdem fällig.

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