Lesung : Der Seelenhüpfer

Abraham Mendelssohn Bartholdy, der Sohn des Philosophen Moses Mendelssohn, war Bankier, Finanzmakler, Kaufmann. Tagesspiegel-Autor Thomas Lackmann hat sich ihm in seinem ersten Buch "Das Glück der Mendelssohns" gewidmet. Am Donnerstag, dem 9. Oktober liest er daraus in der Mendelssohn Remise in Berlin-Mitte.

Künstler wollte er werden, die Musik liebte er, neugierig und rastlos war er – „seelenhüpfig“, wie seine Frau es nannte. Aber sein Beruf war ganz ernsthafter Natur: Abraham Mendelssohn Bartholdy, der Sohn des Philosophen Moses Mendelssohn, war Bankier, Finanzmakler, Kaufmann. Seine künstlerischen Neigungen verwirklichte er in seinen Kindern Fanny und Felix. Und sagte über sich selbst: „Früher war ich der Sohn meines Vaters, jetzt bin ich der Vater meines Sohnes.“

Abraham, geboren 1776, gestorben 1835, ist nicht das berühmteste und auch nicht das bedeutendste Mitglied der großen deutsch-jüdischen Mendelssohn-Familie. Aber für Tagesspiegel-Autor Thomas Lackmann ist Abraham derjenige, an dem sich die doppelte Zerrissenheit der Familie – zwischen Kunst und Wirtschaft einerseits, zwischen Juden- und Christentum andererseits – am besten zeigen lässt. Nach seinem ersten Buch „Das Glück der Mendelssohns“ (2005, Aufbau Verlag) hat Thomas Lackmann nun eine Biographie von Abraham Mendelssohn Bartholdy verfasst. In „Der Sohn meines Vaters“ (Wallstein Verlag, 720 Seiten, 44 Euro) beschreibt er das bewegte Leben des Berliners, der nach wilden Jahren in Paris zusammen mit seinem Bruder Joseph die Mendelssohn-Bank führte, seine vier Kinder heimlich taufen ließ und 1822 selbst zum Protestantismus übertrat.

Im Salon liest Thomas Lackmann aus seinem Buch und spricht mit Tagesspiegel-Herausgeber Hermann Rudolph über die Identitätskonflikte, die den Kaufmann und Charmeur umtrieben. Die Lesung findet in der Remise des ehemaligen Stammhauses der Mendelssohn-Bank in der Jägerstraße in Mitte statt, wo der Verein „Geschichtsforum Jägerstraße“ eine Ausstellung über die Familie Mendelssohn gestaltet hat (geöffnet täglich außer mittwochs von 12 bis 19 Uhr). Die literarischen Köche von Eßkultur servieren zum Buch Passendes, diesmal: Lieblingsspeisen der Familie Mendelssohn. Und der Pianist Matt Rubenstein spielt dazu Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Fanny Hensel. D.N.

Zeitung im Salon, Donnerstag, 9. Oktober, in der Mendelssohn Remise, Jägerstraße 51, Berlin-Mitte. Eintritt (inklusive Essen) 14 Euro. Anmeldung ist erforderlich an salon@tagesspiegel.de (bis einschließlich 30. September) oder unter Tel.: (030) 26009 609 am Dienstag von 7.30 Uhr bis 20.00 Uhr. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Gehen mehr Anmeldungen ein, entscheidet das Los.

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