Berlin : Letzte Saison vor Sanierung

Am Mittwoch öffnet das Strandbad Wannsee. Im Herbst sollen die lang erwarteten Bauarbeiten beginnen

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Die Zeit der leeren Strandkörbe ist fast vorbei: Wenn am Mittwoch im Strandbad Wannsee die Saison für Sonnenbader beginnt, dann vermutlich zum letzten Mal in der gewohnt maroden Umgebung. Denn die Sanierung der Bauten soll – wenn alles wie vorgesehen klappt – nach dem Ende der Saison im Herbst beginnen. Mit über 25 Millionen Euro Gesamtkosten wird gerechnet, die private Stiftung Denkmalschutz Berlin will knapp die Hälfte dazu beitragen.

Die Planungen für die Großreparatur des Bades sind in vollem Gange, Bauabläufe werden bereits festgelegt, die Orte für die Zwischenlagerung von Baumaterialien bestimmt. „Es soll alles wie am Schnürchen laufen“, sagte gestern Bäderchef Klaus Lipinsky. Regelmäßig gibt es bereits seit Wochen Baubesprechungen auf dem Gelände. Die Stiftung Denkmalschutz, die für die „Außenhülle“ des Bades, unter andrem für die Denkmalpflege der Fassaden zuständig ist, hat bereits vor Wochen eine Bauhütte bezogen; die Ausschreibungen für einzelne Bauabschnitte sind beendet, in Kürze will die Stiftung konkrete, nachprüfbare Zahlen über die voraussichtlichen Baukosten vorlegen. Geplant sind zwei Bauabschnitte, zunächst sollen das Wegesystem des Bades und die Promenadendecks hergerichtet werden, die zum Teil wegen Baufälligkeit seit Jahren gesperrt sind. Das Geld für die Sanierung will man über private Spender und Werbetafeln in den Bezirken einnehmen, vor allem in Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte, wo die Werbung für das Strandbad unter anderem vor Einkaufszentren geplant ist.

Liegen nach der Ausschreibung die Zahlen der Stiftung vor, will auch die Senatsverwaltung die genauen Kosten für die technische Sanierung des Bades ermitteln. Zunächst könnten rund vier Millionen Euro vom Senat zur Verfügung gestellt werden, der Rest in den folgenden Jahren. Die Stiftung und die Bäderbetriebe erwarten, dass der Senat nach der Sommerpause die weitere Sanierung beschließt, damit anschließend mit den Arbeiten auch wirklich begonnen werden kann. Andernfalls lasse sich der Fertigstellungstermin zum 100. Bestehen des Bades im Jahr 2007 nicht mehr halten, sagte Helmut Engel, Geschäftsführer der Stiftung und ehemaliger Landeskonservator.

Der voraussichtliche Beginn der Arbeiten ist auch mit Rücksicht auf die Badegäste auf das Saisonende gelegt worden. Die ersten Sonnenbader werden nur am Herumlaufen einiger Bauleute merken, dass hier nach mehr als zwei Jahrzehnten stockender Sanierung endlich Aufbruchstimmung herrscht. Anfang Mai beginnt dann die wirkliche Badesaison. Bis dahin gilt der ermäßigte Eintrittspreis von 2,50 Euro (statt vier), täglich von 10 bis 19 Uhr.C. v. L.

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