Berlin : Liu Qi besichtigte den "Garten des wiedergewonnenen Mondes"

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Bereits zu Mauerzeiten drehte der Film- und Fernsehproduzent Manfred Durniok im Ostteil der Stadt. Damals hätte er sich nicht träumen lassen, dass in Marzahn einmal ein chinesischer Garten entstehen würde. "Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich in den Westteil zurückkehrte und am nächsten Morgen ins Flugzeug stieg, um Stunden später irgendwo im asiatischen Raum zu sein. Meinen Kollegen im Osten konnte ich davon nur erzählen", erinnert er sich heute zurück und ist froh, dass der Lauf der Geschichte die Verhältnisse so grundlegend verändert hat.

An diesem Mittwoch war für den Produzenten und Asienkenner in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Tag: Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Peking, Liu Qi, konnte er den "Garten des wiedergewonnenen Mondes" besichtigen, der kurz vor dem dritten und letzten Bauabschnitt steht und Ende September Eröffnung feiern wird. Für ihn persönlich schloss sich ein Kreis, da der fernöstliche Erholungspark nun eben in dem Teil der Stadt steht, der einst in puncto Reisen derart benachteiligt war. Durniok, im vorigen Herbst als erster Europäer zum Ehrenbürger Pekings ernannt, versteht den Garten als Symbol der Völkerverständigung. Auch Liu Qi betonte den Symbolcharakter und zeigte sich äußerst erfreut, daß die Berliner nun an der chinesischen Gartenbaukunst teilhaben können.

Für den Oberbürgermeister war der Ausflug nach Marzahn die letzte Station und gleichzeitig der Höhepunkt seines viertägigen Berlin-Besuches. Vielleicht war es deshalb, dass er sich ein Gastgeschenk bis zum Schluss auf sparte: Gemeinsam mit Manfred Durniok enthüllte er einen mit rotem Stoff bedeckten Pavillon - einen Aussichtspunkt über das 20 Hektar große Areal. Viele Besucher werden sich aber vielleicht über sein Abschiedsversprechen noch mehr freuen: Liu Qi versicherte, sich um die "Aufenthaltserlaubnis" der Pandabärin Yan Yan zu kümmern - auch wenn das gar nicht in seine Zuständigkeit falle.

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