Berlin : LONDON: TREND ZUR ZENTRALVERWALTUNG

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Im GroßLondoner Stadtgebiet schließen sich 39 Lokalverwaltungen zum „Metropolitan Board of Works“ zusammen. Ab jetzt werden Ordnungsaufgaben, soziale Fürsorge, Straßen- und Brückenbau, öffentlicher Nahverkehr usw. gesamtstädtisch organisiert. Vorherrschend bleibt aber das Durcheinander von Lokalverwaltungen, Zweckverbänden und Sonderbehörden.

1888 : Als direkt gewählte Kommunalvertretung und Verwaltungsbehörde entsteht der „London County Council“. Er bekommt zusätzliche Aufgaben; etwa die Schulverwaltung und Flächennutzungsplanung.

1899: London wird in 28 „Boroughs“ (Bezirke) eingeteilt, die den Status eigenständiger Kommunen erhalten. Die Stadt ist also keine Einheitsgemeinde, sondern wird auf zwei Ebenen regiert.

1965: Der „Greater London Council“ vereint verwaltungsmäßig die historische Innenstadt mit den äußeren Stadtbezirken. Die nahen Umlandgemeinden bleiben ausgespart. Gleichzeitig werden die Innenstadt-Bezirke großräumiger zugeschnitten; was ihnen mehr Macht verleiht und zu verschärften Spannungen mit der traditionell schwachen Londoner Zentralverwaltung führt.

1985: Der „Greater London Council“ wird aufgelöst. Es bleiben 33 Stadtbezirke, zahlreiche Gremien für überörtliche Aufgaben und Sonderbehörden, die von der nationalen Regierung kontrolliert werden. Die Briten sprechen von einem „headless horror“.

2000: Mit dem „London Mayor“ als direkt gewähltem Stadtoberhaupt, dem ein kleines Stadtparlament und nachgeordnete Behörden zur Seite stehen, entsteht wieder eine gesamtstädtische Verwaltung. Der Bürgermeister hat weitreichende Haushaltsbefugnisse und Planungskompetenzen und kann Führungspositionen eigenhändig besetzen.

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