Berlin : "Los Amigos": Eine Halle für die Radler

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Am östlichen Rand von Hellersdorf könnte Berlins erste Halle für BMX-Sportler entstehen. Das Gebäude gibt es bereits in der Straße Am Baltenring. Doch es ist in einem miserablen Zustand: Fenster sind eingeschlagen, und in den Wänden breitet sich Feuchtigkeit aus. Kein Wunder, denn seit zehn Jahren steht der einst als Turnhalle konzipierte Bau leer. Geturnt oder gespielt hat dort allerdings noch nie jemand. Vor ein paar Jahren wurde sie kurzzeitig als Supermarkt genutzt. Seitdem ärgern sich die Anwohner über den Schandfleck in ihrem Wohngebiet.

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Jetzt gibt es aber einen Hoffnungsschimmer. Der BMX-Verein "Los Amigos" will die Halle wieder nutzbar machen. "Die Voraussetzungen sind günstig, wir könnten dort unsere Bikes abstellen und vor allem auch bei schlechtem Wetter trainieren", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Frank Kose. Ein Betreiberkonzept haben die jungen Leute bereits erarbeitet und dem Bezirksamt übergeben. Demnach sollte die Halle künftig für die Trendsportarten BMX, Inline Skating und Skate-Boarding zur Verfügung stehen. Auch ein Bike- und Skate- Verleih sowie eine Werkstatt sind geplant. Außerdem könnte ein Bistro entstehen, und Räume könnten von einer Redaktion genutzt werden, die eine Zeitschrift über den BMX-Sport herausgibt, kündigt Kose an. Auch Bands hätte dort die Möglichkeit zu proben. "Schulen und Kitas sind natürlich gern gesehen", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Nach den Vorstellungen von "Los Amigos" wollen die jungen Leute die Halle eigenverantwortlich nutzen und betreiben. Bis es so weit ist, müssen aber noch viele Hürden genommen werden. Das Bezirksamt hat zwar bereits im vergangenen Jahr seine Unterstützung zugesichert und der damalige Sportstadtrat sogar rund 260 000 Mark für die notwendige Sanierung versprochen, doch bislang ist nichts passiert. Im Gegenteil: Auf der letzten Bezirksverordnetenversammlung stellte die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Gabriele Hiller (PDS), klar, dass das Projekt auf Grund der schlechten finanziellen Lage des Bezirks nur "moralisch unterstützt werden kann."

Frank Kose will das Argument nicht gelten lassen. "Dann müssen sich die Politiker eben mit uns gemeinsam um Geld kümmern", fordert er. Mit anderen Vereinen wollen die Jugendlichen einen Großteil der Bauarbeiten in Eigenregie durchführen. Für Kose ist die Halle eine Notwendigkeit, für die er kämpfen wird. Immerhin fast 3000 Berliner würden derzeit diesen Sport betreiben. In den nächsten Wochen wird jedenfalls das bezirkliche Bau- und Wohnungsaufsichtsamt das Gebäude Am Baltenring besichtigen. Wirtschaftsstadtrat Harald Paul (SPD) will mit allen Beteiligten über das Betreiberkonzept beraten.

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