Berlin : Louise-Schroeder-Medaille: CONTRA von Amory Burchard

Es kann einfach nicht sein, dass eine wichtige Auszeichnung abgeschafft wird, weil Politiker sich mit der Verleihung schwer tun. Sicher, CDU und PDS haben das Kunststück vollbracht, die Louise-Schroeder-Medaille im zweiten Jahr nacheinander zu diskreditieren. Aber was müsste man dann nicht alles sein lassen, weil Politiker es zerreden? Bislang ist es wirklich "dumm gelaufen". Einmal schlug die SPD mit Regine Hildebrandt eine überaus geeignete Frau vor und die CDU wollte sie nicht. Jetzt schlug die PDS mit Daniela Dahn eine nicht geeignete Frau vor und die CDU will sie wieder nicht. Ein Vorschlag zur Güte: In Zukunft nehmen die Herren und Damen im Abgeordnetenhaus die Vergabe der Verdienst-Medaille ernster, einigen sich vorher auf konsensfähige Kandidatinnen und erscheinen alle zur Abstimmung. Und dann heben sie das Händchen nur für wirklich verdienstvolle Größen unserer Stadt. Carola Stern, Hanna-Renate Laurien und Bosiljka Schedlich waren doch ein guter Anfang.

Zum Thema Ted: Soll die Louise-Schroeder-Medaille abgeschafft werden? Schließlich ließe sich die Suche nach Frauen, "die sich um Demokratie, Frieden, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung von Frau und Mann verdient gemacht haben" erleichtern. Der angehängte Gleichstellungs-Gedanke ist zu viel des Guten und könnte durch ein "oder" abgeschwächt werden. Die Plakette einzuschmelzen, würde das Andenken der Namensgeberin beschädigen. Nicht nur die Trägerin soll geehrt werden, sondern auch Louise Schroeder. Es steht Berlin gut an, der vorbildlichen Politikerin zu gedenken. Hoffentlich folgen ihr mehr demokratische, friedliebende und sozial gerechte Frauen ins öffentliche Leben.

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