Berlin : Love Parade: Die Stille neben dem Lärm

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Bummm, Bummm, Bummm. Vor der Love Parade gibt es kein Entrinnen, zumindest nicht in der Innenstadt. Das Schrillen der Pfeifen und das Hämmern der Bässe ist überall zu hören. Weghören geht nicht. Doch halt, es gibt auch am Tag des Lärms einen Ort der Ruhe, direkt bei der Parade. Am Brandenburger Tor hatte auch gestern der Raum der Stille geöffnet. Ein kleiner Schritt nur, und schon war der Trubel wenige Meter entfernt ganz weit weg.

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Foto-Tour: Love Parade in Bildern Der Förderkreis Raum der Stille in Berlin will nach Angaben seiner Vorsitzenden Maria Diefenbach nicht nur einen Ort anbieten, an dem Besucher sich besinnen, meditieren oder beten können. Der Raum der Stille soll auch eine Aufforderung zu Geschwisterlichkeit und Tolereranz unter den Menschen, Nationalitäten und Weltanschauungen sowie eine ständige Mahnung gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit sein. So gehört der Raum der Stille fast zur Love Parade. "Wir benötigen beides, Stille und Aktivität", sagt Maria Diefenbach. Dass sich die jungen Menschen draußen vor der Tür austoben, sei richtig - wenn es friedlich bleibe.

Herein kamen gestern weniger Besucher als sonst. Das hatte aber einen ganz profanen Grund, denn der Verein verzichtete angesichts der Massen, die sich durch die Baustelle Brandenburger Tor drängten, darauf, seine Tafeln mit Hinweisen auf den Raum der Stille aufzustellen. So fanden fast nur Ortskundige den Weg. Durchschnittlich kommen sonst etwa 200 Besucher am Tag.

Vollkommene Stille fanden sie gestern aber auch im Raum der Stille nicht; die Love Parade war stets zu hören. Aber im nächsten Jahr kann sich auch dies ändern. Der Förderkreis will Schallschutzfenster einbauen lassen. Laut ist es nämlich am Brandenburger Tor nicht nur zur Love Parade. Brummm, brummm, brummm.

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