Berlin : Love-Parade: Tauziehen geht weiter

Das Tauziehen um die Love-Parade geht weiter. Während die Veranstalter des Techno-Events über rechtliche Schritte gegen die Versammlungsbehörde beraten, die die Parade am 14. Juli im Tiergarten verboten hatte, mehren sich die Alternativ-Vorschläge. Um eine Absage oder ein Wegschnappen der Raver-Demo zu verhindern, wollen die Grünen das Millionen-Spektakel auf den Flughafen Tempelhof verlegen. Der Landesvorstand schlug am Sonntag "Airport Raving" vor: Bei Nacht im Schein der Flughafenbefeuerung, ganz unter dem Motto "Love is in the air".

Die Berliner Junge Union hatte sich auf ihrer Landeskonferenz am Samstag dafür eingesetzt, die Love-Parade zu einer traditionellen Berliner Veranstaltung wie den Rosenmontagsumzug in Köln zu machen. JU-Landeschef Kai Wegner forderte, trotz der knappen Finanzen dafür einen Haushaltsposten einzurichten. Umzugsplänen erteilte er eine Absage. Der 14. Juli im Tiergarten sei der einzig richtige Zeitpunkt und der einzig richtige Ort, sagte Wegner.

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Die erfolgreiche Bürgerinitiative "Rettet den Großen Tiergarten" schlug als Alternativ-Route die Karl-Marx-Allee in Mitte vor. Sie verwies erneut darauf, dass es sich bei der Love-Parade nicht um eine politische Demonstration handle und begrüßte eine entsprechende Einschätzung der Polizeibehörde. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" war den Ravern der Status einer politischen Demonstration entzogen worden. Der "Versammlungscharakter" sei zu "verneinen", soll es in dem Papier heißen, dass Innensenator Eckart Werthebach (CDU) bislang angeblich unter Verschluss hält. Die Polizei sei zu dem Schluss gekommen, dass "für die kommenden Jahre eine Anmeldefähigkeit nicht mehr gegeben" sei.

Die Love-Parade muss nach Ansicht des Berliner Entsorgungsunternehmens ALBA auch in diesem Jahr in der Region Berlin-Brandenburg stattfinden. Diese für den Wirtschaftsstandort so wichtige kosmopolitische Veranstaltung dürfe nicht verloren gehen, sagte ALBA-Vorstandsmitglied Eric Schweitzer. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Parade "sauber" über die Bühne ging.

Bislang hatte Berlin die Musikveranstaltung, die weltweit im TV übertragen wird und Millionen in die Stadt bringt, als politische Demonstration toleriert. Die Versammlungsbehörde hatte die Love-Parade am Mittwoch nur abblitzen lassen, weil die Bürgerinitiative als Erste eine Demonstration am selben Ort und zur selben Zeit angemeldet hatte. Nach dem Verbot hatten sich unter anderem Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig und Magdeburg als Ausweichstandorte angeboten.

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