LSB-Präsident : Klaus Böger jetzt Chef des Sportbundes

Früher haben die Berliner Sportverbände mit ihm um Zuschüsse verhandelt, jetzt wird Klaus Böger selbst um staatliches Geld kämpfen. Der frühere Senator für Bildung, Jugend und Sport wurde am Freitagabend zum neuen Präsidenten des Landessportbundes Berlin (LSB) gewählt.

Friedhard Teuffel
Boeger
Klaus Böger -Foto: Mike Wolff

Nach einer engagierten Rede setzte sich Böger im Rathaus Schöneberg mit 112 zu 66 Stimmen gegen Dietrich Gerber durch, den bisherigen Vizepräsidenten des LSB. Die großen Verbände innerhalb des LSB erhoffen sich von Böger vor allem eine Stabilisierung der Finanzlage. Wenn das staatliche Glücksspielmonopol wegfallen sollte, droht dem Berliner Sport ein Verlust von 40 Prozent seines Etats.

LSB-Chef Klaus Böger löst nun seinen Vorgänger Peter Hanisch ab. Böger sagte gestern Abend, „der Sport muss öffentlich stärker mit seinen Werten und Leistungen werben“. Es könnte ein guter Start für den neuen Präsidenten werden, dass in zehn Wochen das wichtigste Sportereignis des Jahres in Berlin stattfindet, die Weltmeisterschaften der Leichtathleten. Noch wird allerdings darüber gestritten, ob die Organisatoren im Plan liegen, ob 220 000 bislang verkaufte Tickets zu wenig sind oder schon ein Erfolg.

Die Aufregung über Miesmacher war auch der emotionalste Teil im Grußwort des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit: „Ich kann nicht verstehen, dass es so viele dumme Menschen in dieser Stadt gibt, die sich freuen, wenn die Leichtathletik-Weltmeisterschaft ein Fiasko werden würde. Aber es wird kein Fiasko geben.“ Weitere Sponsoren seien gefunden. 43 Millionen Euro sind veranschlagt, 20 Millionen davon trägt das Land. Mit der Leichtathletik-WM will sich Wowereit nicht zufrieden geben: „Ein Traum ist uns bisher verwehrt geblieben“, sagte er – die Olympischen Sommerspiele. „2024 lassen wir Sie nicht aus der Verantwortung“, rief Wowereit Thomas Bach zu, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes. Auch Klaus Böger wird sich wieder mit diesem Thema befassen.

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