Berlin : Luxus-Platte: In Hellersdorf entstehen ungewöhnliche Penthäuser

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Die Platte wird frisiert. Und zwar so gründlich und umfassend wie keine anderen der industriellen Wohnbauten. Nahe der Stadtgrenze an der Mittenwalder Straße entstehen Maisonette-Wohnungen in den beiden oberen Etagen eines elfgeschossigen Hauses. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf (WoGeHe) lässt im Rahmen eines Versuchs zunächst sechs ehemalige Drei-Zimmer- zu drei großzügigen Penthouse-Wohnungen umgestalten. Sie sind rund 150 Quadratmeter groß, verfügen über vier Zimmer, zwei Bäder und zwei nach Süden gerichtete Balkone.

In den vergangenen sechs Monaten haben die Baufachleute Wände entfernt, Stahlträger errichtet und Decken abgetragen. "Pro Maisonette-Wohnung mussten bis zu 27 Tonnen Beton herausgerissen und drei Tonnen Stahl eingebaut werden", erklärt WoGeHe-Geschäftsführer Rudolf Kujath. Das Besondere: Erstmals sind auch horizontale Plattenteile herausgenommen worden. Sie werden innerhalb zweier Tage Schicht für Schicht abgetragen.

"Der Effekt ist faszinierend", beschreibt Architekt Norbert Lehmann vom Büro "artus" seinen Eindruck. Es entsteht eine etwa sechs Meter hohe Galerie, von deren oberer Etage man hinab in die eigene Wohnung und auf Felder und Wiesen des Umlandes schauen kann. Derzeit trübt zwar noch eine Plastikplane den Durchblick, doch spätestens im November, wenn alle drei Quartiere fertig sind, erlaubt eine etwa 30 Quadratmeter große Glasfassade den ungehinderten Weitblick.

Die Mieter für die "Häuser im Haus", wie Geschäftsführer Kujath das Projekt bezeichnet, stehen schon fest. Drei Hellersdorfer Familien werden dort bald die frisierte Platte erleben können. Rund 2000 Mark Warmmiete müssen sie monatlich für den neuen Luxus zahlen.

Auch auch der andere Teil des Elfgeschossers wird einer Schönheitskur unterzogen. Neben der Wärmedämmung und der Modernisierung von Bäder und Küchen können die Mieter unter 18 verschiedenen Typen von Grundrissänderungen wählen. Außerdem erhalten einige Wohnungen französische Fenster, und an der Nordfassade werden neue Balkone angebracht.

Zurzeit saniert die WoGeHe rund 2300 Wohnungen mit einem finanziellen Aufwand von 143 Millionen Mark, der durch den Senat gefördert wird. Für Geschäftsführer Kujath sind die Maßnahmen ein Zeichen dafür, dass "die Platte weder langweilig noch eintönig, sondern flexibel und modern gestaltbar ist".

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