Berlin : Luxus statt Wühltisch

Neues Konzept für Karstadt-Filialen

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Luxus und Glitzer statt Schnäppchen und Wühltisch – auf diese Kurzformel lässt sich das neue Warenhauskonzept des Karstadt-Konzerns bringen. Dazu hat Karstadt eine Premiumgroup gegründet, in der Häuser wie das KaDeWe und das Alsterhaus zu einer eigenen Unternehmenssparte zusammengefasst werden. Aufgabe der neuen Gruppe ist es, aus ausgewählten Filialen „kleine KaDeWes zu machen“, wie Konzernsprecher Jörg Howe am Donnerstag sagte. Weil das wohl niemand besser kann als der KaDeWe-Chef Patrice Wagner, leitet dieser auch die Premiumgroup. Wagner führt seit vier Jahren das KaDeWe, zuvor hatte er in den Galeries Lafayette das Sagen.

Ausschlaggebendes Kriterium, ob eine Filiale Durchschnitt bleibt oder Premium wird, ist die Lage. „Wir haben sehr gute Häuser in erstklassiger Lage“, sagte Konzernchef Thomas Middelhoff. Das will er nutzen, um seine Warenhäuser „wertiger zu positionieren“. Zu den auserwählten Filialen in Berlin gehören Karstadt in der Schloßstraße und Wertheim am Ku‘damm. Beide Läden sollen umgebaut werden und dann ein neues Innenleben bekommen, sagte Howe. Wie genau die aufgestylten Filialen aussehen werden und wann der Umbau gestartet wird, dazu wollte er nichts sagen.

Den Namen Premiumgroup dürfte Konzernchef Middelhoff bewusst gewählt haben – er klingt modern und vor allem nach weiter Welt. Genau in die will er, wie berichtet, hinaus: Langfristig will Karstadt mit seinen Edelkaufhäusern ins internationale Geschäft einsteigen – Paris, London und Dubai. „Für unsere Weltstadthäuser sehe ich 15, maximal 20 internationale Standorte“, hatte Middelhoff in einem Interview mit dem Tagesspiegel gesagt.

Größer, schneller, weiter – das ist die Strategie, die er Karstadt verordnet, seit er im April 2005 den Konzernvorsitz übernommen hat. Bereits im vergangenen Jahr hatte er 74 Filialen verkauft, weil jene zu klein für ein modernes Warenhauskonzept waren. dro

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