Berlin : Mädchen machen heute Handwerk, Politik und Zeitung

Dania Stolpe

Am heutigen Girls’ Day können Mädchen in die Zukunft schauen. Schülerinnen ab der 5. Klasse haben an diesem Tag die Möglichkeit, unterschiedliche Berufe, Unternehmen und Tätigkeitsfelder auszuprobieren. Viele Firmen und Einrichtungen mit technischem oder handwerklichem Schwerpunkt laden die Mädchen ein, Berufssparten zu entdecken, die traditionell von Männern besetzt sind. Die Nachfrage ist in diesem Jahr so groß, dass die Veranstaltungen ausgelastet sind, die Freie Universität Berlin verdoppelte sogar ihre Teilnahmeplätze auf fast 1000.

Viele große Firmen wie die Telekom, die BVG oder Vattenfall nehmen teil, sie stellen ihre Ausbildungsangebote vor, erklären Produktionsabläufe und lassen die Mädchen selbst an Maschinen und Computern arbeiten. Auch die Berliner Universitäten, Kultureinrichtungen, wie die Deutsche Oper und die Staatsoper Unter den Linden, die Agentur für Arbeit und einige Bundesministerien öffnen ihre Pforten. In Forschungsinstituten wird beispielsweise am Elektronenmikroskop gearbeitet, in kleinen Betrieben packen Mädchen mit an und im Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg lernen sie den Arbeitstag einer Richterin kennen. Die Parteien bieten Gespräche mit Politikerinnen an, sie erklären wie Politik funktioniert und schildern ihre persönlichen Werdegänge und die täglich anfallenden Aufgaben. Beim Tagesspiegel lernen 20 Mädchen den redaktionellen Alltag kennen, probieren sich als Redakteurinnen und lernen, wie eine Zeitung entsteht.

Im „Hafen“, dem Zentrum für Mädchen und Frauen in Marzahn (Schwarzburger Str. 8-10), können Mädchen sich auch nach dem Girls’ Day in der technisch- und berufsorientierten Mädchenwerkstatt auszuprobieren, „wir wollen sie motivieren, zukunftsträchtige Berufe zu ergreifen“, sagt Karin Feige vom Hafen.

Fast alle Veranstaltungen des Girls’ Day sind ausgebucht. Nur den Club Lise der Humboldt-Universität kann man heute Nachmittag, von 15 bis 17 Uhr, noch besuchen, die Arbeitsgemeinschaft ist speziell für naturwissenschaftlich interessierte junge Frauen der 10. bis 13. Klasse, sie treffen auf Studentinnen und Wissenschaftlerinnen.

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