Berlin : Management ohne Plan

Annekatrin Looss

Patrick Conley hat genug. Fahrradständer wollte er aufstellen lassen, rund um den Helmholtzplatz, denn die Fahrräder blockieren bislang Hauseingänge, lehnen an Hauswänden oder Bäumen, deren Rinde sie beschädigen. Seine Idee kam an, nicht nur bei den anderen Anwohnern, sondern auch bei der Quartiersjury. Die bewilligt Gelder aus dem Quartiersfond für Projekte, die das Leben im meist problematischen Kiez lebenswerter machen könnten und die darüber hinaus schnell und unbürokratisch umzusetzen sind. Schwierig wird es aber, sobald das Pankower Tiefbauamt um Genehmigung gefragt werden muss. Das baue den Beteiligten Hürden auf, sagt der zuständige Koordinator in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Wolfgang Scharf.

So wurde Conley aufgefordert, die Fahrradständer in Pläne im Maßstab 1: 1000 einzuzeichnen, damit das Amt notwendigerweise sicherstellen kann, dass die Ständer Rollstuhlfahrern oder Reinigungsfahrzeugen nicht im Weg stehen. Nachdem das geschehen war, stellte das Tiefbauamt fest, die Pläne seien nicht genau genug und dafür welche im Maßstab 1: 100 notwendig. Das Amt ist verpflichtet, diese Pläne zur Verfügung zu stellen. Conley wartet seit Wochen darauf.

"Vielleicht sitzen im Tiefbauamt viele Autofahrer", vermutet Scharf einen Grund für die Unwilligkeit das Amtes. Bei einigen Stellplätzen der 210 Fahrradständer wäre es aufgrund der schmalen Bürgersteige notwendig gewesen, PKW-Parkplätze umzuwidmen. Der Verdacht erhärtete sich bei Terminen, die der zuständige Beamte entweder nicht wahrnahm oder mit der Begründung, er habe keinen Parkplatz gefunden, zu spät kam.

Der zuständige Stadtrat Horst Hartramph erklärt die Verzögerungen mit Missverständnissen, schließlich unterstütze auch sein Amt das Projekt. Pläne im Maßstab 1:100 seien jedoch nicht in Arbeit und auch nicht geplant. Er werde sich um Klärung bemühen. Nicht nur am Helmholtzplatz ist die Zusammenarbeit mit dem Pankower Tiefbauamt schwierig. Auch das Quartiersmanagementbüro am Falkplatz kennt die Probleme. Auch dort wollten die Anwohner Fahrradständer und Infotafeln aufstellen. Die Genehmigung zog sich über Monate hin und gelang erst nachdem sich Baustadtrat Andreas Bossmann persönlich darum bemühte. Am Falkplatz hofft man jetzt, dass die Zusammenarbeit das nächste Mal besser klappt.

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