Berlin : Martin Marquard, selbst Rollstuhlfahrer, wurde vom Senat berufen

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Berlin hat einen neuen Landesbehindertenbeauftragten. Wie der Tagesspiegel erfuhr, hat der Senat Martin Marquard vom Berliner Behindertenverband am Dienstag mündlich berufen. Der Mann, der sich seit Jahren beim Berliner Behindertenverband engagiert und selbst im Rollstuhl sitzt, tritt damit die Nachfolge von Ex-Staatssekretärin Verena Butalikakis an. Zwischenzeitlich war die Stelle nicht besetzt. In der Sozialverwaltung war gestern Nachmittag niemand mehr für eine Bestätigung zu erreichen. Unterdessen finden am morgigen "Europäischen Protesttag der Behinderten" zahlreiche Aktionen statt. In Berlin leben rund 500 000 Menschen mit Behinderungen.

Wie berichtet, wird der Landesbehindertenbeauftragte dem neuen Landesgleichstellungsgesetz zufolge vom Landesbeirat für Behinderte benannt und vom Senat berufen. Der neue Beirat hatte sich am 21. Februar konstituiert und Marquard benannt. Der Tempelhofer brachte die Erarbeitung des Landesgleichstellungsgesetzes auf den Weg und engagierte sich bei der Behindertenzeitung "Berlin Konkret". Marquard ist bei Insidern als sachlich-kompetenter Ansprechpartner anerkannt.

Zwischenzeitig hatten die Grünen im Abgeordnetenhaus die verzögerte Einsetzung des Behindertenbeauftragten des Landes, aber auch in den Bezirken kritisiert. Vom neuen Landesbeauftragten, der nun erstmalig aus den Reihen der Betroffenen selbst stammt, erhofft sich die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen, Elfi Jantzen, "Anstöße für den barrierefreien Ausbau sowie für die Beschäftigungspolitik".

Unterdessen wollen das Aktionsbündnis "Blaues Kamel" sowie Sozialsenatorin Gabriele Schöttler am Freitag in Buch symbolisch ein Mahnmal errichten, das an die während der NS-Zeit an kranken und behinderten Menschen verübten Verbrechen erinnert. Von 11 bis 13 Uhr findet vor dem Amtssitz des Bundesbehindertenbeauftragten eine Veranstaltung gegen die Bioethik-Konvention statt.

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