Berlin : Marzahn: Aus alter Verbundenheit

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Wolf Rüdiger Eisentraut ist an den Helene-Weigel-Platz zurückgekehrt. Der Architekt, der Ende der 80er Jahre das Areal samt Rathaus entworfen hat, soll das Ensemble aufwerten. Denn der Platz wirkt derzeit weinig einladend. Gehwegplatten sind zerstört, Grünflächen verwildert und Fassaden beschmiert. Im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn erarbeitet Eisentraut ein Konzept "für eine sanfte Veränderung", wie er es nennt. "Der Bereich ist zum Identifikationsort vieler Marzahner geworden, deshalb sollen die markanten Elemente auch erhalten bleiben." Er meint damit vor allem den Kaskadenbrunnen mit den Bronzeplastiken.

Diese Fläche lässt sich nach seinen Vorstellungen mit relativ geringem Aufwand zu einem Freiluft-Veranstaltungsort umgestalten. Außerdem will Eisentraut eine klare Gliederung des Platzes erreichen. "In den vergangenen Jahren entstand zu viel Wildwuchs." Die Marktstände stünden oft kreuz und quer und erschwerten das Flanieren. Zudem verstellten eine Litfasssäule und Müllbehälter den Blick auf die Plastiken.

Das Konzept sieht vor, eine Baumallee anzulegen, die vom S-Bahnhof Springpfuhl zur Schwimmhalle führt. Dort könnte künftig der Wochenmarkt stattfinden. Damit der Helene-Weigel-Platz auch in den Abendstunden einladend wirkt, will Eisentraut die Silhouetten der Gebäude mit indirektem Licht betonen. Auch um das ehemalige Marzahner Rathaus macht sich der Architekt Gedanken. Er plant Verbesserungen am Gebäude, "ohne das Haus zu verändern", wie er betont. Konkreter will er noch nicht werden. Nur so viel: Auf jeden Fall sollen Fassade und Foyer so bleiben wie sie sind. Damit folgt er einem Beschluss der Bezirksverordneten, die Teile oder das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz stellen lassen wollen. Entschieden ist jedoch noch nichts.

Heute will die "Initiative Helene-Weigel-Platz" ein Signal zur Verschönerung des Areals setzen, indem sie einen Kastanienbaum pflanzt. "Der wesentliche Teil der Umgestaltung beginnt dann im Frühjahr", kündigt Erika Maier, Sprecherin der Initiative an.

300 000 Mark stellt der Senat für die Schönheitskur zur Verfügung. Künftig ist auch mehr Kultur rund um das ehemalige Rathaus geplant. Theateraufführungen, Lesungen und Gespräche sind vorgesehen. Auch das Standesamt im alten Rathaus steht wieder Heiratswilligen zur Verfügung. Eisentraut wünscht sich auch dort kulturelle Veranstaltungen.

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