• Marzahn-Hellersdorf: Wenig arbeitslose Jugendliche - hoher Sanierungsbedarf bei Schulen

Marzahn-Hellersdorf : Wenig arbeitslose Jugendliche - hoher Sanierungsbedarf bei Schulen

Weniger als 1000 Jugendliche haben in Marzahn-Hellerdorf keinen Job - so wenig wie seit der Wiedervereinigung noch nicht. Bei den Schulen im Bezirk sieht es allerdings schlecht aus.

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Marode Schulen gibt's in Berlin überall - wie hier in Lichtenberg.
Marode Schulen gibt's in Berlin überall - wie hier in Lichtenberg.Foto: Kai-Uwe Heinrich

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Ich habe eine gute und eine schlechte Zahl für Sie. Zuerst die gute? Okay: 966. So viele Jugendliche waren Ende Juni in MaHe als arbeitslos gemeldet. Gut ist das, weil es seit der Wiedervereinigung noch nie so wenige waren. Selbst vor vier Jahren standen noch 2700 junge Leute mit überschüssiger Tagesfreizeit in der Statistik. Bezirksbürgermeister Stefan Komoß schreibt den raschen Rückgang der verbesserten Netzwerkerei im Bezirk zu und rechnet ihn sich auch persönlich als Erfolg an.

Die schlechte Zahl ist ebenfalls dreistellig: 298. Aber nur auf den ersten Blick. Denn es fehlt der Zusatz Mio. So hoch ist der Sanierungsbedarf an den 47 Schulen in Marzahn-Hellersdorf. Macht pro Penne 6,3 Millionen. Das hat eine berlinweite Bestandsaufnahme gegeben, etwas hochtrabend Gebäudescan genannt, was in hübschem Kontrast zur mangelhaften technischen Ausstattung vieler Schulen steht. Keine schöne Sache für Bürgermeister Komoß, der auch Schulstadtrat ist. Und die bange Frage steht im bröckelnden Klassenraum: Wird die Mangelverwaltung im Bildungswesen in einigen Jahren die Errungenschaften bei der Arbeitsvermittlung wieder auffressen?

Ingo Salmen ist Online-Redakteur beim Tagesspiegel. Marzahn-Hellersdorf ist für ihn genauso neu wie ganz Berlin, denn er ist erst kürzlich in die Stadt gekommen. Im Gepäck: eine große Leidenschaft fürs Lokale. Und bei Twitter ist er auch zu finden. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-i.salmen@tagesspiegel.de.

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