Mehr Geld für die Bäder : Sonnige Zeiten für Schwimmer

14.08.2012 00:00 Uhrvon
Füße noch schnell ins Freie. Die ersten Freibäder wie in Spandau-Süd, Am Insulaner und in Pankow schließen bereits in drei Wochen – die Schwimmer im Prinzenbad haben mehr Zeit: Die Kreuzberger Anlage bleibt bis 30. September geöffnet. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Füße noch schnell ins Freie. Die ersten Freibäder wie in Spandau-Süd, Am Insulaner und in Pankow schließen bereits in drei Wochen – die Schwimmer im Prinzenbad haben mehr Zeit: Die...

Der Senat stockt seinen Zuschuss für die Bäderbetriebe deutlich auf. Marode Anlagen sollen saniert werden, aber nicht alle freuen sich über die Geldspritze.

Endlich wieder Badewetter. Fast 30 Grad sollen es am Wochenende werden. Die Freibäder dürften sich nochmal füllen. Neben der Rückkehr des Sommers haben die Bäderbetriebe noch einen Grund zur Freude: Der Senat hat den jährlichen Landeszuschuss von bisher 41,5 auf 50 Millionen Euro für 2012 und 2013 aufgestockt, fünf Millionen müssen davon in die Sanierung der defizitären Bäder gesteckt werden. Auch für 2014 seien fünf Millionen Euro zur Modernisierung in Aussicht gestellt worden, sagte Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) am Montag bei der Vorstellung der Sanierungspläne in der Schwimmhalle in der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg.

Die marode, für den Schul- und Vereinssport reservierte Halle sei der Schwerpunkt, heißt es bei den Bäderbetrieben. Seit Juni vergangenen Jahres ist sie geschlossen. Schulkinder müssen für den Schwimmunterricht sogar in Nachbarbezirke gekarrt werden, wo es Konflikte mit den dortigen Nutzern gebe, sagt Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD).

Derzeit prüfen Gutachter die Bausubstanz und die genauen Kosten, sagt Wolfram Kaube, Technikleiter der Bäderbetriebe. Er rechnet mit 4,4 Millionen Euro für die umfassende Sanierung, kann aber nicht ausschließen, dass weitere Mängel sichtbar werden. „Sollte das Dach auch saniert werden müssen, würde das um 800 000 Euro teurer werden.“ Die höchstens 1,5 Jahre dauernden Bauarbeiten beginnen im Sommer 2013.

Im Ortsteil Pankow kämpft Architekt Franz Schmid für die Wiedereröffnung der Schwimmhalle in der Wolfshagener Straße, die 2002 geschlossen wurde. „Pankow ist ein weißer Fleck in der Bäderlandschaft“, sagt er. Die Millionen für die Thomas-Mann-Straße, wo mit dem Bad im Ernst-Thälmann-Park und dem am Europasportpark (SSE) zwei Bäder nahe beieinander lägen, sollten in Pankow investiert werden. 12 000 Unterschriften hatte die Bürgerinitiative „Volksbad Pankow“ 2010 dem Land übergeben.

Senat und Bäderbetriebe lehnen dies ab. Vor elf Jahren habe der Senat entschieden, welche 37 Bäder dauerhaft geöffnet bleiben sollen und mit welcher Nutzung, sagt Staatssekretär Statzkowksi. „Wir dürfen keine neuen Wasserflächen in Betrieb nehmen“, sagt Bäderfinanzchef Michael Schenk. So habe es der Aufsichtsrat beschlossen. Zudem sei das Gelände in Pankow dem Liegenschaftsfonds zur Vermarktung überlassen worden. Stadträtin Zürn-Kasztantowicz hofft auf einen privaten Investor, der die Schwimmhalle der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

In Moabit will der Bezirk Mitteauf dem Gelände des seit 2002 geschlossenen Sommerbads Poststadion ein Außenbecken mit Geldern aus Fördertöpfen bauen. Betreiben sollen es die Bäderbetriebe, ein Betriebsminus will der Bezirk bis zu einer gewissen Grenze mit Haushaltsmitteln ausgleichen, sagt Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU). „Noch liegt uns keine gesicherte Finanzierung des Bezirks vor“, sagt Schenk. Er sehe jedoch „eine gute Möglichkeit, das umzusetzen.“ Derselbe Vorstoß war bereits einmal wegen „komplexer Rechtsfragen“ gescheitert. Am 23. August trifft Statzkowski Baustadtrat Spallek (CDU) zum Thema.

Die restlichen Landesmillionen sollen neben dem Bad in Prenzlauer Berg in 29 weitere Standorte fließen. Ab 2013 werden für 1,2 Millionen Euro die Rohre im Freibad Tegel saniert, das in einer Trinkwasserschutzzone liegt und schon diesen Sommer nur mit Sondererlaubnis öffnen darf. Das Kombibad Gropiusstadt bekommt 3,6 Millionen Euro für Außenbecken aus Edelstahl, Garderoben und Leitungen. 1,5 Millionen sind für die Sanierung der Garderoben und der Beckentrennwand im Kombibad Spandau-Süd vorgesehen. Mit 750 000 Euro wird die Schwimmhalle SSE an der Landsberger Allee renoviert, dort tritt Grundwasser ein. Bereits 2008 bekamen die Bäderbetriebe eine Finanzspritze von 72,8 Millionen Euro. Die Arbeiten aus diesem Konjunkturprogramm sollen bis Ende 2013 abgeschlossen sein. Derzeit werden davon die Schwimmhalle in der Finckensteinallee, das Kombibad Gropiusstadt und das Stadtbad Schöneberg modernisiert. Wie berichtet soll auch das Olympiabad ab 2014 zwei Jahre lang saniert werden. Die 17,5 Millionen Euro dafür kommen allerdings aus dem Etat der Stadtentwicklungsverwaltung für den Olympiapark.

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