• Mehr Glück, weniger Stress und Spaß beim Ausatmen Der Eintritt kostete nur ein Lächeln: Berliner Lachtag im BKA

Berlin : Mehr Glück, weniger Stress und Spaß beim Ausatmen Der Eintritt kostete nur ein Lächeln: Berliner Lachtag im BKA

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Herzhaftes Lachen schallte gestern Nachmittag über den Schlossplatz, eine gute Stunde lang kamen Töne ausgelassener Heiterkeit aus dem BKA-Zelt, und Neugierige, die trotz des schönen Wetters weiteren Grund zum Frohsinn suchten, schauten herein. „Der Eintritt kostet nur ein Lächeln“, hieß es verlockend. Drinnen wurde von fast 100 Leuten gelacht und gegackert, was das Zwerchfell hergab, Männer und Frauen – sie in der Überzahl – mussten beweisen, wie unterschiedlich die Geschlechter lachen. Einigen Gästen verging, derart animiert, das Lachen, die meisten Besucher aber blieben frohen Mutes. Beispielsweise beim Gesang des Lachchors „krumm & schief“, vor dessen ausdauerndem Hahaha auch mancher hartnäckige Melancholiker kapitulieren musste.

Warum die organisierte gute Laune? Gefeiert wurde der Berliner Lachtag, nachträglich zum Weltlachtag am 5. Mai. Die Berliner Lach-Veranstalter feierten aber damals nicht mit. Sie ließen die geplante „Karawane des Lachens“, die mit Lachübungen von der Museumsinsel zum Schlossplatz führen sollte, ausfallen, weil es kurz zuvor die Trauerfeier von Erfurt gab und keinem zum Lachen zumute war. Holger Wettingfeld gehört mit Thomas Draeger und der Lachtrainerin Mia von Waldenfels zu den Initiatoren des Lachtags. Journalist Wettingfeld kam über eine Tagesspiegel-Anzeige zum organisierten Lachen. Regisseur Draeger hatte Lach-Begabungen für eine therapeutische Lach-Meditation-CD gesucht und letztlich auch gefunden. Der Lehrmeister kommt aus Indien: Lachen und Yoga sind heilsam, lehrt der Arzt und Lachspezialist Madan Kataria, der 1995 den ersten Lachklub in Bombay gründete und drei Jahre später den ersten Weltlachtag ins Leben rief.

Seit dem letzten Jahr lacht Berlin verhalten mit, rund 500 Lachbegeisterte trafen sich lauf dem Alex, Bombay hatte mit 10 000 Teilnehmern allerdings deutlich mehr zu lachen, in Kopenhagen waren es 6000, in New York 4000. Weltweit sollen es über 350 000 sein, die sich regelmäßig zur schönsten Form des Ausatmens treffen. Gesund ist es allemal: Lachen stärkt das Immunsystem, baut das Stresshormon Cortisol ab und das Glückshormon Endorphin auf. Es regt auch den Stoffwechsel an und belebt das Gehirn. Rund 30 Lachklubs gibt’s in Deutschland, als Zentrum der Lachbewegung gilt Wiesbaden, in Stuttgart gab’s kürzlich eine Humor-Konferenz. Und in Berlin wurde gesten eben im Zelt gelacht. Eineinhalb Stunden wollten die Initiatoren durchhalten, aber Lachen ist Kraftarbeit und geht an die Muskeln. „Zehn Minuten Lachen ist wie 30 Minuten Joggen“, stöhnte Chor-Mitglied Holger Wettingfeld. Zur Entspannung ließ er kurz die Mundwinkel hängen.C. v. L.

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