Berlin : „Meine Insel der Ruhe“

Frank-Walter Steinmeier wohnt in Zehlendorf: Hier erzählt er, warum sein Zuhause so wichtig ist.

Frank-Walter Steinmeiers Wahlkreis in Brandenburg umfasst in Teilen die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Brandenburg an der Havel, zu Hause aber ist er in Berlin-Zehlendorf. Das ist sein Ruheort, wie der 57-Jährige SPD-Fraktionschef im Bundestag im Interview mit dem Zehlendorf Blog verriet. Auszüge aus dem Gespräch, das Armin Lehmann führte.

Welche Rolle spielt das Zuhause für Sie?

Eine sehr wichtige Rolle. Ich habe noch in Erinnerung wie das in der Zeit war, als meine Familie in Hannover wohnte, ich selbst in Bonn war und wir gleichzeitig in Berlin den Umzug der Bundesregierung vorbereitet haben. Das war furchtbar. Da war überhaupt kein Mittelpunkt mehr, keine Heimat und kein Ruheort.

Kameralegende Michael Ballhaus sagte, Zehlendorf sei ein Ort ist, an dem er sofort abschalten könne, wenn er dort ankommt.

Ich habe mich mit ihm schon darüber unterhalten, wir kennen uns gut und sind miteinander befreundet. Manchmal treffen wir uns sogar beim Italiener. Ich kann das nachvollziehen, es ist so. Zehlendorf hat ein anderes Tempo als die Stadt. Es ist die Insel der Ruhe, die ich brauche.

Ist Zehlendorf nur Wohnort oder Heimat?

Wenn ich zurückdenke, dann ist Zehlendorf jetzt schon der Ort, an dem ich als Politiker am längsten gewohnt habe, jedenfalls länger als die zurückliegenden Stationen wie etwa Bonn oder auch Hannover. In Zehlendorf wohnen wir jetzt mit der Familie 13 Jahre, unser Kind ist dort in die Kita gegangen und wurde in der schönen Dorfkirche in Zehlendorf Mitte neben der Friedenseiche eingeschult. Wir fühlen uns sehr wohl. Zehlendorf ist unsere Heimat geworden.

In Zehlendorf wird auch Politik gemacht, eine schwarz-grüne Zählgemeinschaft hat die Mehrheit. Warum?

Das weiß ich auch nicht. Aber es hat sicherlich ein wenig mit der Zusammensetzung der Zehlendorfer Bevölkerung zu tun, die vielleicht etwas untypisch ist im Vergleich zur gesamten Stadt. Es ist nicht das ärmste Publikum, das ältere Publikum ist durchweg etwas konservativer, und das Jüngere etwas grüner. Aber das muss ja nicht auf ewig so bleiben. Die SPD hat unter Klaus-Uwe Benneter diesen Wahlkreis 2002 schon einmal im Bundestagswahlkampf gewinnen können.

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