Meine Woche (12) : Glückliches Jahr

Der Syrer Ahmad Al-Dali, 25, ist seit Mai in Berlin. Hier erzählt er, wie ihm die Stadt begegnet.

Ahmad Al-Dali

Ahmad, wie war Weihnachten für Sie?
Es war wirklich wunderbar! Ich habe die Feiertage ja bei der Familie meiner Mitbewohnerin in Bayern verbracht. Antonia und ihre Eltern, zwei Großmütter und eine Urgroßmutter – vier Generationen in einem Raum. Wir waren wandern im Fichtelgebirge, einfach laufen und sich unterhalten, zusammen sein, das mochte ich. Oh, und ich habe Skatspielen gelernt, ich habe sogar manchmal gewonnen.

Glückwunsch! Und wie fanden Sie die Feierlichkeiten, so mit Weihnachtsbaum und Geschenken?
Sehr schön! Es gab Gänsebraten mit Knödeln, traditionelles Weihnachtsessen, das hat fantastisch geschmeckt. Antonias Vater hat mir ein Buch über syrische Architektur geschenkt, auf Arabisch und Deutsch. Und ich habe Bücher über deutsche Geschichte und die verschiedenen Gegenden bekommen. Ich muss echt noch schneller Deutsch lernen. Das neuste Wort ist „Servus“, so begrüßen die Leute sich in Bayern.

Waren Sie eigentlich auch in München, bei dem Mädchen, von dem Sie neulich erzählt haben?
Ja, ich habe sie besucht, kurz vor Weihnachten. Wir sind gute Freunde.

Ah.
Ja, es ist nichts Romantisches draus geworden. Ich habe gemerkt, dass ich gerade keine Fernbeziehung haben will. Ich muss mich jetzt auf meine Arbeit konzentrieren – und auf die Sprache, das ist das Wichtigste für mich im neuen Jahr. Die Leute um mich herum sprechen alle Deutsch, das ist gut zum Üben. Aber ich hoffe auch, dass das Jobcenter mir endlich einen Kurs vermittelt.

Wir drücken Ihnen alle Daumen.
Danke. Wir werden sehen. Für diese Woche habe ich zwei arabische Ausdrücke: Kol aam w ento bcheer, auf dass es dir in jedem Jahr gut gehe. Das sagen wir an Feiertagen und Geburtstagen. Oder auch einfach saneh seda – glückliches Jahr.

Diese Kolumne ist gedruckt in der Tagesspiegel-Samstagsbeilage Mehr Berlin erschienen. Alle Folgen finden Sie unter diesem Link.

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