Berlin : Meisterhaft

-

VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über die Sicherheitslücken in Berliner Tresoren

Eine sichere Bank wo gibt’s die schon! Nicht in Fort Knox, das hat der alte Auric Goldfinger seinem Erzfeind James Bond schon vor Jahrzehnten bewiesen. Auch nicht in Entenhausen, die Panzerknacker gaben Onkel Dagobert mehrfach Anlass zu Klagen. Erstaunlich, dass sein nur nach Zentrifugillionen und Fantasillionen zu bemessender Talerberg trotzdem nicht schrumpft. Schon gar nicht gibt es absolute Sicherheit in den Banken dieser Stadt, man erinnere sich nur ein wenig an die berühmten Brüche der jüngeren Geschichte: 1995 traf es die Commerzbank in Schlachtensee, 1952 die Hauptkasse der Reichsbahn, schließlich 1929 – eine Sternstunde des Gewerbes – die Disconto-Gesellschaft in Schöneberg. Genau 75 Jahre ist es dieser Tage her, dass die Gebrüder Sass dort ihr Meisterstück ablieferten. Man darf schon von Ironie der Geschichte sprechen, wenn nun wieder ein Tresor, diesmal in der alten DDR-Staatsbank, Kopfzerbrechen bereitet, und in dem ist nicht mal was drin. Wo wir doch am Beispiel der Landesbank gerade gelernt hatten, wie Millionen auch ganz ohne Bruch spurlos flöten gehen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar