Berlin : Menschen im Café

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Das sind einfach schöne kleine Geschichten, die Jutta Voigt da aufgeschrieben hat: In ein Berliner Café gehen, sein ahnungsloses Opfer ausspähen, sich bekannt machen, Fragen stellen, die Antworten mit dem Augenscheinlichen verweben – fertig ist das Porträt von Mensch und Kaffeehaus, und das 47 Mal. Die so neugierige wie einfühlsame Kolumnistin hat ihre CaféPorträts ein Jahr lang für die Wochenzeitung „Die Zeit“ geschrieben, und nun, auf 153 Seiten hintereinander in einem Bändchen gedruckt, ergibt das Ganze außer einer Ansammlung menschlicher Miniaturen auch ein kleines Caféhaus-Brevier mit dem Seitenblick aufs Interieur lokaler Lokale.

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Die zufälligen Wahlbekanntschaften sind ein Querschnitt durchs Berliner Volksleben, ganz nebenbei auch eine Lektion Zeitgeschichte. Man lernt Leute kennen, die Umstände ihres Lebens, Jutta Voigt lockert ihre Cafémenschen auf, die reden und geben sich preis, nur einer nicht. Und einmal, ganz am Schluss, im Café Adler am Checkpoint Charlie, trifft die Autorin – sich selbst. Für alle, die auf den Spuren der Kaffeehausmenschenbeobachterin wandeln möchten, gibt es Adressen und Telefonnummern. Die stille Erkenntnis der Porträtgeschichten: „Kaffeehaus und Weltschmerz sind noch immer ein schönes Paar.“ Lo.

— Jutta Voigt: Wahlbekannschaften. Menschen im Café. Ch. Links Verlag 2005, 160 Seiten, 14 Euro.

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