Messerangriff auf Busfahrer : Tatverdächtiger stellt sich nach zehn Tagen

Ermittlungserfolg wie von selbst: Ein mutmaßlicher Täter stellte sich heute der Polizei. Wie dieser Gesinnungswandel zustande kam, blieb bislang unbekannt. Derweil ist der zweite mutmaßliche Täter weiterhin auf der Flucht.

BerlinNach einem Messerangriff auf einen Busfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) befindet ein 23 Jahre alter Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, stellte sich der junge Mann am Mittwochmorgen mit gepackten Koffern bei der Kriminalpolizei. Auch der zweite mutmaßliche Täter wurde mittlerweile identifiziert. Laut Polizei ist der 24-Jährige aber weiter auf der Flucht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin erließ ein Ermittlungsrichter gegen beide Haftbefehle wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags.

Die zwei Männer sollen in der Nacht zum 2. März in Kreuzberg den 34 Jahre alten BVG-Busfahrer durch einen Messerstich in den Rücken schwer verletzt haben. Das Opfer befindet sich weiterhin im Krankenhaus. Laut Staatsanwaltschaft hat einer der Täter zudem einer 40-jährigen Frau, die schlichtend eingreifen wollte, Tritte gegen Kopf sowie Schienbein versetzt und sie aus dem Bus gezerrt.

Übergriffe auf Busfahrer immer gewalttätiger

Die Tatverdächtigen hatten in einem Bus der Linie M 29 in der Oranienstraße zunächst andere Passagiere angepöbelt. Als der Fahrer die jungen Männer aus dem Bus führen wollte, kam es zum Streit. In dessen Verlauf soll einer der Tatverdächtigen ein Messer gezogen und zugestochen haben. Der 24-Jährige ist den Angaben zufolge bereits wegen einiger Betrugs- und Eigentumsdelikte polizeibekannt.

Der Übergriff hatte eine Diskussion darüber ausgelöst, wie Busfahrer besser vor Gewalt geschützt werden können. In der Vergangenheit war es wiederholt zu Angriffen auf BVG-Mitarbeiter gekommen. Gestern hatten zwei Passagieren einen Busfahrer attackiert und zusammengeschlagen, nachdem dieser den überfüllten Ersatzbus nicht losfahren wollte. (ml/ddp)

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