Mietpreise : Junge Singles wollen nach Berlin – und müssen immer mehr dafür zahlen

Bis zu 150 Bewerber stehen bei Wohnungsbesichtigungen in Berlin vor der Tür, besonders kleine Immobilien sind beliebt. Das zeigt sich auch in steigenden Mieten.

Katharina Kühn

Leerstehende Berliner Wohnungen werden weniger – das teilte am Dienstag der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer mit. 3,5 Prozent der zu vermietenden Immobilien sind frei. Besonders in Wedding, Marzahn und Hohenschönhausen verringerte sich die Zahl der nicht bewohnten Mietwohnungen. So gebe es bis zu 150 Bewerber bei Besichtigungsterminen. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmer (BBU) sieht diese Entwicklung darin begründet, dass bestehende Häuser renoviert werden und so bestimmte Kieze in Mode kommen, in denen vorher Wohnungen weniger attraktiv erschienen.

Damit rangiert Berlin im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld. Hamburg weist mit nur einem Prozent Leerstandsquote die wenigsten freien Immobilien auf, prozentual stehen in Sachsen-Anhalt die meisten Wohnungen leer.

Die Investitionen für Wohnungsaufwertungen sind in Berlin stark gestiegen. Wurden die meisten Investitionen 2004 noch in den Ost-Bezirken gemacht, wurden im vergangenen Jahr mehr Wohnungen im Westen auf Vordermann gebracht.

Allerdings steigen auch die Mieten: In Mitte mussten Mieter, die 2009 einen Neuvertrag abschlossen, 14 Prozent mehr für den Quadratmeter zahlen als im Jahr davor. In Friedrichshain-Kreuzberg waren fast 13 Prozent mehr fällig. Neumieter in Reinickendorf hatten den geringsten Aufschlag im Vergleich zu ihren Vorgängern 2008. Bewohner von Sozialwohnungen müssen sich schon jetzt damit abfinden, dass ihre Mieten in naher Zukunft steigen werden: Seit 2003 werden immer weniger Eigentümer von Sozialwohnungen mit der so genannten Anschlussförderung staatlich subventioniert. Die Folge sind Mieterhöhungen und Insolvenzen. Letztere stiegen in einem Jahr von 23 auf 163 Objekte.

Insgesamt geht der Trend weiterhin zu Singlewohnungen, so der Pressesprecher vom BBU. Besonders junge Leute ziehen nach Berlin, darunter viele Studenten, die es sich fürs Erste im Wohnheim gemütlich machen. Auch wenn ein Paar fest zusammen ist, scheint der Schritt zum Zusammenziehen groß zu sein – so behalten oft beide ihre Wohnung. Kleine und billige Wohnungen liegen im Trend. Die Anbieter reagierten auf die größere Wohnnachfrage, indem sie größere Wohnungen teilten oder bei Neubauten kleinere Einheiten planten, so der Bundesverband.

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