Berlin : Milch, Butter – nun wird auch Brot teurer Bäckereien müssen mehr fürs Mehl zahlen

Höhere Preise für Milch und Butter wirken sich auch auf die Bäckereien aus. Das Unternehmen Thoben weist darauf hin, dass bereits in der vergangenen Woche die Einkaufspreise für Butter um 60 Prozent gestiegen seien, für Mehl um 50 Prozent. „Im Moment“ werde man die Preissteigerungen noch nicht an die Kunden weitergeben. Verkaufsleiter Roland Stengel von der Bäckerei Thürmann hält Preiserhöhungen schon ab nächster Woche für möglich. Er bestätigt, dass auch Getreidelieferanten „gravierend“ die Preise erhöht hätten. Brot könnte um zehn bis 15 Cent teurer werden (ausgenommen Schrippen), Kuchen um bis zu zehn Cent. Ein Großteil werde mit reiner Butter gebacken, etwa Käsekuchen, Streuselkuchen, Croissants. Man könnte zwar auch auf Margarine umstellen, wolle aber weiter Qualität bieten. Noch habe man keinen verstärkten Drang zur Margarine festgestellt, sagt Andreas Laubig von der Handelskette Edeka. Die Quark- und Käsepreise seien noch konstant, vermutlich stiegen zum Monatsende auch dort die Preise, „aber nicht so dramatisch wie bei Butter“. Bei der Milch, die bereits Anfang letzten Monats um 12 Prozent teurer geworden sei, rechne man in der nächster Zeit nicht mit weiteren Erhöhungen.

Norbert Hennig von Eis-Hennig wird die Preise vorläufig nicht erhöhen. Man müsse erst abwarten, wie sich die Einkaufspreise veränderten, sagt er. Der Milchanteil an der Produktion sei hoch, aber das könne durchaus dazu führen, dass Eis vielleicht nur um fünf Prozent teurer werde. „Man muss nicht hamstern gehen.“ Für Kurt Mescher, Filialleiter von Café Möhring am Gendarmenmarkt, herrscht dieser Tage die Ruhe vor dem Sturm. Die Kunden frühstücken Brötchen mit Quark und Joghurt, trinken ihren Kaffee mit Milch, greifen zum Kuchen und zum Eis, zu gewohnten Preisen. „Ein Hammer“, sagt Mescher, sei die Preiserhöhung für Milch und Butter. Noch seien die Gäste zufrieden, das werde sich vermutlich schnell ändern. Die Preise müssten rauf.

Georg Kaiser von der Bio-Company sagt, bei Milch und Butter handele es sich um politische Preise, man müsse sensibel damit umgehen, habe beide Produkte „moderat“ um 10 Cent im Preis angehoben, und der bleibe.

Die Finanzbehörde teilt mit, an eine höhere Elternpauschale für das Essen in Kindertagesstätten sei angesichts höherer Molkereipreise nicht gedacht.

Christoph Römer von der Verbraucherzentrale hatte schon vorgeschlagen, die Butter dünner aufs Brot zu streichen. Auch gestern beschwerten sich Kunden über die Preise. Römer fürchtet, dass nun auch Hersteller ganz anderer Produkte Preise erhöhen. In vielen Supermärkten kostet das halbe Pfund Butter 1,19 Euro. Römer tröstet: 1950 hat die „gute Butter“ umgerechnet immerhin 80 Cent gekostet. Etwa so viel wie noch letzte Woche.C. v. L.

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