Berlin : Minister: Bund verhindert Sieg über Giftraupe Streit um richtiges Mittel

gegen Eichenspinner.

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Potsdam - Brandenburg und der Bund geraten sich in die Haare – wegen einer pelzigen Giftraupe. Das Land beklagt, dass Bundesbehörden die flächendeckende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners verhindern, weil sie ein bestimmtes Präparat nicht genehmigen. Dabei gelte das Bakterienpräparat Dipel ES als besonders wirksam und umweltgerecht, sagte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Dienstag in Potsdam. Er beklagte, dass ein erfolgversprechendes Vorgehen gegen die Raupen dieser Nachtfalterart in diesem Jahr kaum möglich sei. Stattdessen empfehle der Bund für Siedlungsbereiche und Parks den Bodeneinsatz des als krebserregend geltenden Mittels Dimilin, sagte Vogelsänger.

Seit Jahren breitet sich der Falter auch in Berlin-Brandenburg enorm aus. Gefürchtet sind dessen Raupen wegen ihrer giftigen Brennhaare, die bei Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen können. Zudem werden ganze Eichenbestände von den Raupen kahl gefressen. Besonders markant sind die gespinstartigen Nester.

Allerdings sind je nach Schutzzweck und Einsatzgebiet vier Bundesbehörden zuständig. Zudem ist die Bekämpfung nur in einem kurzen Zeitraum Anfang Mai möglich. Bislang habe man nur eine Genehmigung des Dipel ES zum Einsatz in Forstgebieten, sagte Vogelsänger. Eine Antwort auf den Antrag, auch Alleen und Wohngebiete aus der Luft besprühen zu dürfen, stehe noch aus, sagte Vogelsänger. Allerdings rechne er nicht mit einer Genehmigung.

Laut Brandenburgs Agrarministerium waren 2012 landesweit mehr als 3600 Menschen nach dem Kontakt mit den Brennhaaren erkrankt. Angaben der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten zufolge zufolge waren allein in den Parks rund um Potsdams Schlösser 70 Prozent aller Bäume befallen.

Am heutigen Mittwoch will auch die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales ihre Strategie für die Raupenbekämpfung vorstellen. Zudem hat für heute auch Potsdams CDU-Chefin und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche, ein Konzept gegen die Schädlinge angekündigt. Matthias Matern

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